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Drachen SM am Thunersee

10.07.2017

Der Thunersee-Yachtclub und die Klassenvereinigung führen vom 14. bis 19. August im Anschluss an die Schweizermeisterschaft die EUROPAMEISTERSCHAFT DER DRACHENKLASSE durch. Über 60 Boote aus der ganzen Welt werden erwartet.

Seit den Erfolgen der Alinghi im Americas -Cup  ist der Hype um den Segelsport in der Schweiz naturgemäss etwas abgeflacht. Aber man täusche sich nicht: regelmässig werden auch im Binnenland Schweiz seglerische Grossanlässe durchgeführt. So beherbergt die Region Thunersee dieses Jahr die Crème de la Crème der Drachenklasse.

Der Drachen ist eine aussergewöhnliche Bootsklasse. Kein anderes Kielboot hat eine derart grosse internationale Verbreitung. Weltweit werden über 1700 Boote in 31 Ländern gesegelt.

Die Ranglistenspitze wird heute von Profis dominiert, obwohl auch „geneigte“ Amateure immer wieder für Spitzenplätze gut sind. Hinter den Namen auf der Teilnehmerliste verbergen sich mehrere Weltmeister-  und  Olympiatitel. 

Die Erfolgsgeschichte des Drachens beginnt in den späten 20er Jahren. Der renommierte norwegische Konstrukteur Johan Anker zeichnet im Jahr 1929 die Linien des Drachen und gewinnt mit diesem Entwurf einen Wettbewerb des Königlich Schwedischen Segelclubs für ein kostengünstiges, sicher zu segelndes Boot für junge, ambitionierte Seglerfamilien. Doch waren seinerzeit nicht nur die Preisrichter beeindruckt, denn der Drachen begann sofort die Herzen der Segler auf der ganzen Welt zu erobern und tut es bis heute. Der Drachen wird  normalerweise zu dritt gesegelt und stellt damit auch Anforderungen an Teamgeist und Zusammenarbeit. Mit einem Gewicht von 1.7 t und einer Länge von 8,94 m ist der Drachen trailerbar und durch seine vorzüglichen Segeleigenschaften ein seit Jahrzehnten beliebtes und weit verbreitetes Regattaboot. Zwischen 1948 und 1972 gelangte es der Klasse zu olympischen Ehren.

Seit 1972 werden Drachen auch in Kunststoff gebaut. Moderne Drachen sind öusserst zeitgemäss ausgerüstet, haben aber immer noch den strengen Klassenvorschriften als Einheitsklasse zu folgen. Damit ist das erfolgreiche Segeln bei Regatten in erster Linie eine Frage des Könnens und nicht des Materials


Drachen SM am Thunersee Foto:TYC