IBN Logo

470er Doppelmeisterschaft vor Radolfzell

04.10.2017

Am vergangenen Wochenende hatte der Yachtclub Radolfzell die Durchführung der internationalen Deutschen und Schweizer Meisterschaft der olympischen 470er Klasse auf dem Terminkalender.

Der Zeitraum war auf vier Tage festgelegt. Gemeldet hatten 55 Mannschaften aus Frankreich, Belgien, Deutschland und der Schweiz. Das Ankündigungssignal zur ersten Wettfahrt musste mehrmals verschoben werden, da bis sechzehn Uhr nur eine leichte Brise aus West wehte. Dann endlich setzte sich der Wind mit drei bis vier Beaufort aus Ost durch. Wettfahrtleiter Alexander Dietrich schickte das imposante Feld von 55 Booten zur ersten Wettfahrt auf die Regattabahn. Kämpfe um gute Positionen an der Luv- und Lee-Tonne wurden von zwei Jurybooten genau beobachtet.  Nachdem die zweite Wettfahrt erfolgreich beendet war, verhinderte die einbrechende Dunkelheit einen weiteren Lauf. Am Sonntag wollte sich bei strahlendem Sonnenschein der ersehnte Wind anfangs nicht einstellen. Erst gegen dreizehn Uhr waren die Windverhältnisse mit zwei Beaufort mit auffrischender Tendenz so konstant, dass drei weitere Wettfahrten auf dem Untersee vor Radolfzell gestartet werden konnten. Nach diesem erfolgreichen Regattatag erhöhte sich die Anzahl der gewerteten Wettfahrten damit auf fünf. Ein durchziehendes Regengebiet brachte am Montag gegen vierzehn Uhr den optimalen Regattawind mit drei bis vier Beaufort. Es folgten die Wertungsläufe sechs bis neun. Obwohl durch die große Anzahl der Boote an den Wendemarken immer wieder dichtes Gedränge herrschte, kam es auch am dritten Regattatag zu keinen Protesten.

Der abschließende Wettfahrttag zeichnete sich dann zum einen durch das Flottenfinale (Plätze 11-55) und die Medaillenwettfahrt der besten 10 Boote aus. Bei leichten Winden zwischen 1 bis 2 Beaufort konnte dieses für die olympischen Klassen typische Finale ausgesegelt werden. Am Ende konnten Malte Winkel und Matti Cipra vom Schweriner Yachtclub bzw. Plauer Wassersportverein ihren ersten Deutschen Meistertitel im 470er holen, der durch die Doppel-Meisterschaft gleichzeitig den Schweizer Meistertitel bedeutete. Das Team mit starken Ambitionen für die olympischen Spiele in Tokio 2020 legte in den Vorläufen eine beeindruckend konstante Serie mit fünf Laufsiegen und durchweg Top10 Platzierungen hin. Dadurch konnte Ihnen im Medaillenrennen nur der Zweitplatzierte Team Göttlich/Klasen gefährlich werden. Durch eine geschickte Deckungstaktik hielten Winkel/Cipra ihre direkten Konkurrenten aus Berlin gekonnt in Schach, die sich im Ziel mit der Bronzemedaille abfinden mussten. Das eröffnete die Möglichkeit für das Damenteam Fabienne Oster und Anastasiya Krasko vom Norddeutschen Regatta Verein, mit einem 2. Platz im Finale auf den Silbermedaillenrang zu klettern. 

„Es waren durchweg sehr faire Wettfahrten, die wir diese 4 Tage über erlebt haben. Auch das Finale, bei dem es ansonsten etwas aggressiver zugeht, war sehr ruhig.“, so der Obmann des Schiedsgerichts Christoph Zeiser. Beste Schweizer, jedoch durch die Internationale Ausschreibung beider Meisterschaften ohne Medaille, wurden auf Platz 9 Phillippe Erni und Stephan Zurfluh vom Segelclub Cham. „Wir haben wirklich das Beste aus den Bedingungen gemacht und besonders den Seglern aus dem Norden, die den weiten Weg aus Kiel oder Hamburg zu uns gekommen sind, gezeigt, dass man auch am Bodensee bei guten Windbedingungen segeln kann.“ sagte Elke Maurer, die erste Vorsitzende des Yachtclub Radolfzell bei der Siegerehrung am Dienstag nachmittag.


470er Doppelmeisterschaft vor Radolfzell Foto:Peter Mai

470er Doppelmeisterschaft vor Radolfzell Foto:Peter Mai