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Zwei Top-Ten-Plätze beim Weltcup-Finale vor Marseille

Das German Sailing Team tankt Motivation für anstehende Aufgaben

Marseille, 11.06.2019
IBN

Kleines Aufgebot, große Wirkung: Das German Sailing Team hat beim Weltcup-Finale vor Marseille mit einer Kernmannschaft zwei Top-Ten-Platzierungen erkämpft. Im Mixed-Katamaran Nacra 17 hatten sich Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer im weltmeisterlich besetzten Feld mit drei zweiten Rängen und acht einstelligen Ergebnissen hervorragend positioniert und vor dem Medaillenrennen sogar noch eine kleine Chance auf einen Podiumsplatz. Entsprechend startete die Crew vom Kieler Yacht-Club mit vollem Risiko ins Finale, wurde dafür aber nicht belohnt. Ein knapper Frühstart bedeutete in der Endabrechnung Platz acht für die junge Mannschaft aus Norddeutschland.

„Wir sind trotzdem sehr zufrieden mit unseren Fortschritten“, sagte Paul Kohlhoff, „wir hatten vor dem Finale eine Minimal-Chance auf Bronze. Wir wussten, dass wir idealerweise den Start und das Rennen gewinnen müssen, um tatsächlich noch so weit nach vorne zu fahren. Der Frühstart war mein Fehler. Andererseits waren hier die Nummer eins, drei, vier und fünf der Olympischen Spiele 2016 am Start und wir konnten uns insgesamt schon wirklich gut behaupten. Bei Starkwind agieren wir mit allen, auch mit den führenden Italienern auf Augenhöhe. Bei schwächeren Winden noch nicht ganz. Aber das Gesamtpaket wird immer besser. Daran arbeiten wir weiter intensiv.“ DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner hat den überzeugenden Einsatz der Katamaran-Foiler beobachtet und lobte: „Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer sind eine starke Serie gefahren.“  

Auch Simon Diesch und Philipp Autenrieth (Württembergischer Yacht-Club/Bayerischer YachtClub) hatten sich vor dem Medaillenrennen als Gesamt-Sechste eine gute Ausgangsbasis für das Finale verschafft. Mit sechs überzeugenden einstelligen Resultaten hatte sich das süddeutsche Duo inmitten der 470er-Weltelite platziert und tankte damit viel Motivation für die noch in diesem Jahr bei der Weltmeisterschaft anstehende Aufgabe, für Deutschland die Nationenplatz im 470er der Männer für die Olympischen Spiele 2020 zu sichern.  

Philipp Autenrieth berichtete nach dem Medaillenrennen in leichten Winden, bei die GER-Crew zum Abschluss Platz fünf erkämpfte: „Wir sind insgesamt super zufrieden. Das ist unser bestes Weltcup-Ergebnis in einem sehr gut besetzten Feld. Wir sind nicht phänomenal, aber gut und solide gesegelt. Das Hauptziel für dieses Jahres bleibt die Nationenqualifikation für die Olympischen Spiele, die wir bei der Weltmeisterschaft ab 20. Juli in Japan schaffen wollen. Es werden dort vier weitere Plätze verteilt und wir wollen einen davon. Das wird keine leichte Aufgabe, denn es sind noch eine Reihe guter Nationen ohne olympischen Startplatz, aber wir sind ja mit zwei deutschen Teams am Start und werden gemeinsam darum kämpfen.“ Auch Sportdirektorin Stegenwalner hat die gelungene Leistung der 470er-Segler beim Weltcup-Finale beobachtet und sagte: „Wir freuen uns, dass die beiden an ihre guten Leistungen von der Europameisterschaft anknüpfen konnten.“  

Auch die Berliner 470er-Seglerinnen Frederike Loewe und Anna Markfort (Verein Seglerhaus am Wannsee/Joersfelder Segel-Club) blicken auf eine insgesamt gute Weltcup-Serie zurück, hatten aber das erste Rennen aufgeben müssen, was sie in der Endabrechnung als Gesamt-Elfte knapp um den Einzug ins Medaillenfinale brachte. In weiteren Disziplinen waren deutsche Spitzensegler vor Marseille teilweise nicht im Einsatz, weil sie sich bereits auf anstehende Welttitelkämpfe und andere Aufgaben vorbereiten. In der offenen Serie der IKA-Formula-Kitesurfer belegte Florian Gruber aus Garmisch Partenkirchen Platz sieben.