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Kitsurfen, ein Wassersport etabliert sich am Bodensee

Lamgenargen, 05.01.2012
Heinz Lieber

Der Wetterbericht im Radio meldet Sturmschäden im Schwarzwald und mahnt zur Vorsicht auf den Straßen vor umgestürzten Bäumen. Sturmtief „Ulli“ und Andrea hält die Rettung und Bergedienste derzeit rund um die Uhr in Bereitschaft.

Für das Bodenseegebiet wird eine Starkwindwarnung mit Sturmböen, die Orkanstärke mit über 100 km erreichen können, herausgegeben.

Die orangefarbenen Blinke der Warnleuchten rund auf den Bodensee sind seit Stunden auf höchster Stufe in Betrieb. Dies bedeutet für Kitsurfer, auf deutsch Lenkdrachensegler, ihre Sportgeräte einzupacken ,dazu gehört das Board, ein raffiniert geschnittener Gleitschirm sowie eine verwirrende Anzahl von Leinenverbindungen.

Mails werden versendet, Handis laufen heiß, man verständigt sich untereinander, verabredet sich in Langenargen westlich dem Strandplatz, beim DLRG Uferstandort. Ein schmaler Uferstreifen ist hier für die Kiter von den Behörden zum ausüben ihres Sportes ausgewiesen. Allerdings mit erheblichen Einschränkungen bezüglich der Jahreszeit und der nahen Uferschutzzonen.
Sie tragen vorsichtshalber Helm und Prallschutzwesten, denn der Start sowie die Anlandung ist nicht ungefährlich. Bei Windstärken ab 6 Bft. hilft man sich gegenseitig.

Hat der Wind erstmals den Schirm gefüllt, der Kiter den richtigen Trimm gefunden, dann geht „Die Post ab“.
Mit gebeugten Knien auf dem Board nimmt er rasant Fahrt auf. (Der Weltrekord liegt bei über 40 Knoten) wobei die vom Starkwind aufgebauten hohen Wellen als Sprungschanze für akrobatische Luftsprünge genützt werden.



Die Kiter nutzen dem Sturm zum Abheben. Foto:Lieber