Feine Motorentechnik

suzuikimotor

21.12.2010 von IBN

Das neue Zauberwort bei Suzuki-Außenbordern heißt „Lean-Burn“ – Magergemisch-Kontrollsystem. Auf der Interboot in Friedrichshafen ließ Suzuki die Katze aus dem Sack und präsentierte gleich drei neu Modelle. von Claus D. Breitenfeld Zum einen die baugleichen Modelle „DF 50 A“ bzw. „DF 40 A“ und als Sahnehäubchen oben drauf, den Kraftprotz „DF 300“.

Das selbst gesteckte Ziel der Suzuki-Ingenieure, so Axel Fischer, Sales- und Marketing-Manager von Suzuki International Europe: „Noch mehr Effizienz als die Vorgängermodelle in Sachen Kraftstoff bei maximaler Leistung!“ Die IBN hat die Neuen jetzt auch bei einem Ritt über den Bodensee getestet.

„Lean Burn“ braucht wenig Sprit

Suzuki Marine nimmt für sich in Anspruch, Pionier und Vorreiterrolle inbezug auf diese 4-Takt-Außenborder-Technologie zu sein. Das dabei zum Einsatz kommende Magergemisch-Kontrollsystem und die kompakte, extrem leichte Bauweise dieser Motoren, macht sie mit zu den effizientesten Außenbordern in ihrer Klasse.Bereits im August 2008 kam das Lean-Burn-System bei den Modellen DF70, DF80 und DF90 zum Einsatz, gefolgt vom DF60. Jetzt, nach ausgiebigen Testreihen und hunderten von Testfahrten, ist Suzuki in der Lage, auch die Modelle DF40 und DF50 zusammen mit dem Flaggschiff DF300 der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Suzuki machte sich die Entwicklung der neuen Motoren nicht leicht. Im Prinzip musste eine völlig neue Technologie aufgebaut werden. Vereinfacht erklären die Suzuki-Ingenieure „Lean Burn“ so: „Das System berechnet den aktuellen Kraftstoffbedarf anhand der gegebenen Betriebsbedingungen im Voraus, unter dem Aspekt des möglichst magersten Luft-Kraftstoff-Gemisches. Ein traditioneller Benzinmotor wird mit einem Luft-Kraftstoff-Verhältnis von 14,7:1 gefahren. Beim Magergemisch-System hingegen kann dieses Verhältnis auf bis zu 19:1 gesteigert werden, was unterm Strich eine deutliche Kraftstoffersparnis mit sich bringt. Die Hightech-Krux ist es jedoch, die Vorausberechnung des Bedarfs so hinzukriegen, dass das in die Zylinder einzuspritzende Luft-Kraftstoff-Gemisch auch exakt den Verbrennungsbedürfnissen entspricht. Dabei ist das Gemisch zu Beginn des Einspritzvorganges etwas fetter, um die anfängliche Entzündung zu unterstützen, zum Schluss jedoch magerer. Dies wiederum geht einher mit der Verlängerung der Verbrennungszeit und verbessert die Kraftstoffverpuffung über den Zeitraum der Kolbenabwärtsbewegung.  Die Folge: Über den gesamten Verbrennungstakt hinweg wird die Energie effizienter ausgenutzt, bei Steigerung der Power aus weniger Kraftstoff, was obendrein zusätzlich den Emissionsausstoß im positiven Sinne zugunsten der Umwelt beeinflusst“.Bis zu 23% weniger SpritBei ersten Test der neuen Generation hat sich gezeigt, dass gerade im mittleren Drehzahlbereich, in dem die Motoren in der Regel gefahren werden, eine Kraftstoffersparnis um bis zu 23% erreicht werden kann.  Ein durchaus ausschlaggebender Faktor bei der Kaufentscheidung, wenn auch nicht für den einen oder anderen unbedingt der Wichtigste.  Herausgestellt hat sich darüber hinaus, dass zum Beispiel der DF50A Lean Burn im Vergleich zum Vorgängermodell eine um sechs Prozent höhere Endgeschwindigkeit bei gleicher Bootskonstellation an den Tag legt, einhergehend mit 26% schnellerer Beschleunigung. Das wird herausgeholt aus 941 cm3, verteilt auf drei Zylinder, gesteuert über 12 Ventile, versorgt von sequenzieller, elektronischer Mehrpunkt-Kraftstoffeinspritzung, die sich besonders im oberen Drehzahlbereich voll entfaltet. Und gerade das ist es, was viel Eigner sicherlich überzeugen wird. Dies wird deutlich am Beispiel eines Tests, gefahren zum Zeitpunkt der Präsentation auf dem Bodensee mit einem italienischen RIB-Schlauchboot der Marke „nuova jolly“, Typ Winner 485 S. Komplettes Testgewicht inkl. zweiköpfiger Crew, ca. 650 kg. Die Endgeschwindigkeit von 55 km/h (29,7 kn) wurde erreicht nach nur etwa 11 - 12 Sekunden, die Gleitphase bereits nach ca. drei bis vier Sekunden. Beachtliche Werte für über eine halbe Tonne in Schwung zu bringende Masse bei lediglich 37 Einheiten zur Verfügung stehenden kW’s oder auch 50 PS.Zügig und stufenlosSowohl der 50er als auch der 40er Suzuki basieren, wie eingangs bereits darauf hingewiesen, auf dem bewährten Dreizylinder-Reihenmotor mit zwei oben liegenden Nockenwellen (DOHC) und werden beatmet von einem höchst effizienten Ansaugsystem, was sich besonders bei hohen Drehzahlen eindrucksvoll bemerkbar macht. Wird aus der Marschfahrtphase der „Hebel auf den Tisch gelegt“, beschleunigen die drei Zylinder zügig und stufenlos ohne Leistungsloch, durchgängig hinauf bis 6.300 U/min beim 50er, der 40er begnügt sich mit 6.000 U/min.Als das Sahnehäubchen im Entwicklungszyklus der Suzuki-Marine-Motoren präsentiert sich der Überflieger, der DF300, der allerdings, da ohne Kat, keine Zulassung am Bodensee bekommt. Bereits bei der seinerzeitigen Vorstellung war er der erste 300-PS-Viertakter, der Maßstäbe inbezug auf Leistung bei kompakter Bauweise und moderatem Gewicht setzte. Neben dem Lean-Burn-System rüstete Suzuki diesen Motor zusätzlich mit einem „O2-Sensor“ aus. Dieser Sensor überwacht den Emissionsausstoß und regelt das Kraftstoff-Luft-Verhältnis über den gesamten Betriebsbereich und stellt unabhängig von der Motordrehzahl stets die optimale Kraftstoffmenge zur Verfügung.Erreicht wird dies im Wesentlichen durch die Kombination der Magergemisch-Kontroll-Technologie im Zusammenspiel mit dem Suzuki-Präzisions-Kontroll-System. Dadurch wird das elektronische Drosselkappensteuerelement –  eines der wichtigsten Bauteile des  DF300 –  in die Lage versetzt, durch Erhöhung des steuerbaren Drehzahlbereiches den optimalen Durchsatz an Kraftstoff und Luft in  den Brennräumen zur Verfügung zu stellen, was wiederum zu reduziertem Verbrauch führt.Am Spiegel einer „Bénéteau Flyer 750 Sun Deck“ montiert mit einem Testgewicht von total ca. 2.800 kg) konnte der Bolide unter Beweis stellen, was in ihm steckt. Und das tat er überzeugend. Bei 5.900 U/min beschleunigte der 300er Suzuki die knapp drei Tonnen auf stolze 75 km/h 40,5 kn) und katapultierte dabei die Testmasse in etwa fünf Sekunden ins Gleiten. Da kann wahrlich nicht gemeckert  werden.Und noch etwas darf nicht unerwähnt bleiben, die neue, wartungsfreie, sich selbst justierende Steuerkette im eigenen Ölbad, die über Jahre hinaus zuverlässig ihren Dienst versehen sollte. Ein Ausstattungskriterium, das erstmals in der 40- und 50-PS-Klasse zu finden ist.Kraftstofffilter mit AlarmfunktionBesonderes Augenmerk verdient auch der neue Kraftstofffilter mit Wassersensor. Wird Wasser im Kraftstoff festgestellt, so alarmiert dieser Sensor automatisch. Das schwerere Wasser sammelt sich am Boden des Filters. Über einen Schwimmer, der schwerer ist als Kraftstoff, jedoch leichter als Wasser, wird ein Schalter bei kritischem Zustand aktiviert. Der Alarm erfolgt visuell über die Instrumentenkonsole mit dem Warnhinweis „Wasser im Kraftstoff“, gleichzeitig akustisch über einen Warnton.Weitere hervorzuhebende Merkmale unter anderem sind: Die variable Ventilsteuerung, lange Wege im Ansaugkrümmer, stromlinienförmiges Getriebegehäuse, großer Lufteinlass mit Wasserabscheider, Drosselklappe mit runder Bohrung, Kraftstoffkühler für bessere  Leistung, versetzte Antriebswelle, geschmiedete Kolben für hohe  Belastung, wassergekühlter Spannungsregler, doppelte Spülanschlüsse, Zündkerzenstecker mit integrierten Zündspulen, Zweikreis-Ladesystem, Hochleistungsgenerator.Die fortschrittliche 4-Takt-Technologie von Suzuki garantiert extrem saubere und effiziente Arbeitsweise nach den Richtlinien der „EURO- Norm 1-Vorgaben“ – EU-Richtlinie 2003/44/EC. Darüber hinaus kann sie die „Drei-Sterne-Auszeichnung“ der kalifornischen Luftreinhaltungskommision CARB (California Air Resources Board) für sich in Anspruch nehmen.Und noch ein Schmankerl oben drauf: Eigner, die sich bis zum 31. Januar 2011 zum Kauf eines Suzuki-Außenborders der neuen Generation entscheiden, erhalten einen Benzingutschein – je nach Motorengröße – im Wert bis zu 350,- Euro. 

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Weitere Infos

Modell DF 40 A/ DF 50 A DF 300 Starter elektrisch elektrisch Gewicht (kg) S: 102 / L: 104 X: 274 / XX: 279 Zylinder 3 V6 - 55° Zylinderwinkel Hubraum (ccm) 941 4028 Bohrung (mm) 72,5 x 76,0 98 x 89 Leistung kW (PS) DF50: 36,8 (50) / DF40: 29,4 (40) 220,6 (300) Drehzahl(U/min) DF50: 5.300 - 6.300 / DF40: 5.000 -6.000 5.700 - 6.300 Steuerung Fernschaltung elektronische Fernschaltung Ölfüllmenge (L) 2,9 8,5 Zundsystem Volltransistor-Zündanlage Volltransistor-Zündanlage Generator V / A 12 / 19 12 / 54 Motoraufhängung Gummi-Silentblöcke Gummi-Silentblöcke Trimm elektrischer Powertrimm und Tilt el. Powertrimm und Tilt Übersetzung 2,27 : 1 2.08 : 1 Schaltung V - N - R V - N - R (elektrisch) Auspuff durch die Propellernabe durch die Propellernabe Blockierschutz Gummirutschkupplung Gummirutschkupplung Propeller von 11 1/2 x 9 bis 11 x 17 Zoll von 16 x 17 bis 16 x 271/2

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