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Trenkle

Radolfzell, 13.01.2013 von Michael Häßler

Ein Fernglas gehört zur Standardausrüstung auf dem Boot. Der Käufer hat dabei eine große Auswahl. Die Spanne reicht vom „Plastikglas“ mit Kunststofflinsen für unter 100 Euro bis zum vierstellig bezahlten „Edel-Feldstecher“ mit besten optischen Qualitäten.

Im Marinebereich haben sich die klassischen Gläser mit der Bezeichnung 7x50 bewährt. Die erste Zahl nennt die siebenfache Vergrößerung, mit der man auch auf weite Entfernungen ausreichend Details erkennen kann. Vergrößerungen, die darüber hinausgehen, haben sich auf dem Boot als eher nachteilig herausgestellt, weil das Bild dann nicht ruhig genug gehalten werden kann, um tatsächlich Details erkennen zu können. Auf dem Wasser kommen, zusätzlich zum natürlichen Handzittern, auch noch die Bewegungen des Bootes dazu. Außerdem bietet mehr Vergrößerung einen kleineren Bildwinkel, wodurch dem Betrachter der Überblick verloren geht und er ein kleines Objekt nur mit Mühe findet.
Die zweite Zahl der Bezeichnung „7x50“ steht für den Durchmesser der Frontlinsen. Je größer dieser ist, um so mehr Licht tritt ins Glas ein. Damit kann man auch in der Dämmerung noch kontrastreich sehen und Details erkennen.
Die Charakterisierung „7x50“ beschreibt aber nur grundsätzliche Eckdaten eines Glases. Auch Kennzahlen, wie beispielsweise die Dämmerungskennzahl beruhen auf rein geometrischen Zusammenhängen und enthalten keine wirkliche Aussage über die tatsächliche Qualität und Güte eines optischen Geräts.
Austrittspupille
Auch der Durchmesser der Austrittspupille ist ein wichtiger Grundparameter. Teilt man den Durchmesser der Frontlinse durch den Vergrößerungsfaktor, erhält man den Durchmesser der Austrittspupille. Bei einem 7x50-Fernglas beträgt dieser 7,14 Millimeter. Bei einem 8x20-Fernglas ist die Okularöffnung dagegen nur 2,5 Millimeter groß.
Die Austrittspupille kann man sehen. Sie erscheint als heller Kreis im Okular, wenn man das Glas aus einiger Entfernung betrachtet und auf eine helle Fläche hält. Diese Austrittspupille sollte etwa so groß sein, wie der maximale Durchmesser der Irisöffnung des Auges, sonst kann man bei schlechten Lichtverhältnissen kaum kontrastreich sehen. Ist die Austrittspupille kleiner als die Iris, tritt weniger Licht hindurch und das vom Auge gesehene Bild ist dunkler und weniger kontrastreich, als das ohne Fernglas der Fall wäre. Die vorhandenen Möglichkeiten einer Lichtsituation können also mit einem „8x20“-Glas von vornherein nicht genutzt werden.
Allerdings sind dem Durchmesser der Austritts­pupille Grenzen gesetzt. Was über die tatsächliche Größe der Irisöffnung hinaus geht, bringt keinen Lichtgewinn mehr.
Der maximale Irisdurchmesser des menschlichen Auges ist vom Alter abhängig. Kinder können bis zu acht Millimeter große Pupillenöffnungen besitzen. Im hohen Alter geht diese kaum über vier Millimeter hinaus.
Sehfelddurchmesser
Ferngläser mit großem Sehfeld erleichtern das Auffinden von Objekten und bieten einen besseren Überblick. Der Sehfelddurchmesser hängt im Wesentlichen mit der Vergrößerung des Glases zusammen und wird auf 1000 Meter Abstand angegeben. Trotzdem können Ferngläser mit der selben Vergrößerung deutlich unterschiedliche Sehfelddurchmesser besitzen. So bieten Ferngläser am unteren Rand des Preisspektrums
einen Sehfelddurchmesser von knapp über 100 Metern, während hochwertige Gläser, ebenfalls der Katigorie 7x50, bis zu 130 Meter abbilden können. Das sind immerhin fast 30 Prozent, die als enormer Komfortgewinn empfunden werden.
Bauformen
Ein optisches System wie das Fernglas besitzt zwischen Objektiv und Okular noch weitere Bauteile. Bei einem Fernglas kommt dem „Umkehrsystem“ zwischen den Linsen eine zentrale Bedeutung bei. Dieses Prisma sorgt dafür, dass das Bild nicht spiegelverkehrt beim Betrachter ankommt, sondern so, wie es natürlicherweise vorhanden ist. Klassische Marinegläser besitzen dafür „Porro-Prismen“, was die Bauform gegenüber einem Glas mit Dachkantprismen deutlich verkürzt. Man erkennt ein solches Glas auch daran, dass die Achse zwischen Eintritts- und Austrittspupille deutlich versetzt ist, während bei Dachkantprismen der Versatz nur geringfügig zu erkennen ist. Letztere sind dagegen die modernere Lösung und werden teilweise ebenfalls bei Marinegläsern eingesetzt. Eine kürzere Bauform hat aber Vorteile und lässt sich, zumindest in der Theorie, auf einem bewegten Boot ruhiger halten.
Bei diesem Aspekt kommt auch das Gewicht ins Spiel. Ein Fernglas, das bei unruhiger?Umgebung ruhig gehalten werden soll, darf nicht zu leicht sein, sondern benötigt ein gewisses Gewicht als „dämpfende Masse“. Dieses, als angenehm empfundene Gewicht, ist individuell verschieden.
Dioptrinausgleich
Mit dem Dioptrinausgleich können die Tuben des Fernglases an die unterschiedlichen Sehstärken des rechten und linken Auges angepasst werden. Diese Einstellung wird nur einmal vorgenommen. Ferngläser, deren Gummimuscheln am Okular entfernt oder zurückgeklappt werden können, kann man auch mit Brille benutzen. Dann ist kein Dioptrinausgleich nötig. Belässt man die Gummimuscheln trotz der Brille an ihrem Platz, wird der Abstand zwischen Auge und Okular zu groß.
Die Bedeutung eines eingebauten Peilkompasses tritt im Zeitalter der elektronischen Navigation etwas in den Hintergrund. Terrestrische Standlinien werden heutzutage und am Bodensee eher selten gebraucht. Dennoch bietet ein Glas mit Kompass Vorteile, besonders wenn es auch bei Küsten­törns genutzt werden soll. Ohne Landsicht oder bei trübem Wetter lässt sich damit schnell per Kompasspeilung feststellen, ob sich ein anderes Fahrzeug auf Kollisionskurs befindet. Auch die Suche nach einem Gegenstand, beispielsweise einer Landmarke, gestaltet sich mit Peilkompass relativ einfach, wenn man deren Standlinie zuvor aus der Seekarte abliest.
Eine Strichskala erlaubt die Abstandsberechnung zu einem Objekt mit bekannter Größe oder die Größenberechnung eines Objekts mit bekanntem Abstand. Vorteilhafte Ausführungen haben eine Tabelle am Gehäuse, die Berechnungen erspart und damit Fehler minimiert. Sehr komfortable Ferngläser verfügen auch über eine Abstandsmessung per Laserstrahl.
Qualitätskriterien
Eintrittslinse, Umkehrsystem und Austrittslinse stellen die wesentlichen Bauteile eines Fernglases dar. Allein damit ist aber kein exaktes Abbild der Realität zu erzeugen. Hierzu sind zahlreiche zwischengeschaltete Korrekturglieder nötig, die Verfälschungen im Strahlengang ausgleichen. Grundsätzlich gilt: Je näher das Bild an die Realität heranrückt, je schärfer, detailreicher, farbechter und heller es zu sehen ist, umso mehr optische Fehldarstellungen müssen korrigiert werden und um so aufwändiger und teurer wird das Fernglas. Die Grenzen der Technik werden insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen oder großen Kontrasten sichtbar.
Geometrische Fehler
Ein unvermeidbarer geometrischer Fehler ist beispielsweise die „Verzeichnung“, die entweder „tonnenförmig“ oder „kissenförmig“ sein kann. Diese beiden Begriffe sind selbsterklärend, wenn man sich vorstellt, ein Quadrat mit dem Fernglas zu betrachten. Spätestens dann, wenn man das Glas etwas schwenkt und die Ecken des Quadrats betrachtet, kommen Verzeichnungen zum Vorschein. Ein Kriterium für ein gutes Fernglas ist die Art und das Ausmaß dieser Verzeichnungen, die sich nicht komplett eliminieren lassen. Andererseits stören geringe Verzeichnungen auch nicht, weil in der Natur ohnehin keine geraden Linien vorkommen. Leicht kissenförmige Verzeichnungen werden allgemein als weniger störend empfunden als leicht tonnenförmige Verzeichnungen.
Sind die beiden Tuben nicht exakt parallel ausgerichtet, ergeben sich bei längerer Betrachtung Doppelbilder. Während horizontale Abweichungen vom Gehirn bis zu einem bestimmten Maß ignoriert werden können, fallen Höhenfehler vor allem dann unangenehm auf, wenn waagerechte Linien, wie beispielsweise der Horizont, im Bild einen Knick aufweisen.
Fehler der Farbdarstellung
Neben geometrischen Ungenauigkeiten kommen auch Fehler bei der Farbdarstellung dazu. Dies kann sich auf das gesamte Bild, auf bestimmte Bereiche oder nur auf bestimmte Farben beziehen.
„Chromatische Abberation“ bezeichnet einen Effekt, bei dem sich weißes Licht beim Durchgang durch eine Linse in Spektralfarben „auffächert“. Die Strahlengänge dieser Farben verlaufen, aufgrund unterschiedlicher Wellenlängen, nicht genau gleich und treffen sich dadurch nicht in einem exakten Brennpunkt. Dies führt zu Farbsäumen vor allem an kontrastreichen Kanten.
Bei mehreren hintereinander geschalteten optischen Elementen können sich solche Fehler addieren oder im besten Fall auch auslöschen. Hochwertige optische Sys­teme besitzen daher „Achromate“. Das sind spezielle Linsengruppen, die diese Auffächerung der Farben wieder in exakt einem Brennpunkt zusammenführen.
Auch der Einsatz von speziellen Gläsern reduziert diese, als „sekundäres Spektrum“ bezeichneten Fehldarstellungen.
Lichtdurchgang
Auch der Lichtdurchgang, „Transmission“ genannt, ist ein wichtiges Qualitätskriterium. Jede Linse reflektiert einen Teil des auftreffenden Lichts. Bei einfachen Gläsern kann das bis zu sechs Prozent und bei hochwertigen optischen Gläsern immer noch etwa vier Prozent pro Luft-Glas-Übergang betragen. Diese einzelnen Licht-verluste addieren sich, was bei einem üblichen Linsen-und Prismensystem schnell die Hälfte an Lichtleistung „kosten“ kann. Ein kontras­t­armes, trübes und flaues Bild ist die Folge.
Dieser Reflektion des Lichts wirkt eine „Vergütung“ der optischen Bauteile entgegen. Diese besteht aus verschiedenen Stoffen, die in mehreren Schichten und in einem relativ aufwändigen technischen Verfahren auf die fertig bearbeiteten Gläser aufgedampft wird.
Auch andere Eigenschaften des Glases können durch eine Vergütung erzielt werden. So ist es bei den beiden außen liegenden Linsen sinnvoll, deren Oberflächen zusätzlich zu „härten“ und mechanisch unempfindlich zu machen. Auch wasser- und schmutzabweisende Oberflächen lassen sich so herstellen, was gerade bei Marinegläsern ein wichtiges Kriterium ist. Eine spezielle „hydrophobe“, also wasserabweisende Oberfläche verhindert eine Benetzung der Frontlinse mit Wassertropfen, die dadurch sofort ablaufen.
Mechanische Stabilität
Einem hochwertigen Marineglas wird zwar generell etwas mehr Respekt als dem Fernglas vom Kaffeehändler oder dem aus dem Supermarkt entgegengebracht, dennoch lässt es sich auf dem Boot nicht immer vermeiden, dass das Glas auch mal irgendwo angeschlagen wird oder sogar vom Kartentisch fällt.
Das sollte ein hochwertiges Glas aushalten, denn letztlich wird es für den rauhen Alltagsbetrieb hergestellt und nicht für die  Vitrine des Händlers. Das Gehäuse muss also gleichzeitig stabil und elastisch sein. Es muss Lastspitzen dämpfen, damit die relativ schweren Glasbauteile im Inneren der Tuben unverrückbar befestigt bleiben.
Verschiebt sich die Position eines optischen Bauteils auch nur minimal, zieht das unweigerlich einen Fehler im Strahlengang nach sich, der, wenn überhaupt, nur mehr oder weniger aufwändig zu reparieren ist.
Im Idealfall dämpft eine weiche Gummiarmierung Schläge auf das flexible Kuns­t­­stoffgehäuse, während die empfindlichen optischen Bauteile im Inneren starr und unverrückbar in einem stabilen Träger montiert sind. Kunststoffe sind also nicht per sé „billig“ im Sinn von „minderwertig“, sondern ein geeignetes, dämpfendes Material, das die empfindlichen „Innereien“ des Glases vor hohen Massenkräften schützt.
Noch ein Aspekt ist zu bedenken: Eine umlaufende Gummiarmierung macht das Glas rutschfest. Es wird damit nicht gleich bei der ers­ten Welle über die Schlingerleiste des Kartentisches katapultiert.
Wasser- und staubdicht
Ein entscheidendes Kriterium ist die Frage, ob ein Fernglas wasserdicht ist. Solche Ausführungen werden mit Edelgasen gefüllt, um die Kondensation von Wasser auszuschließen. Damit ist auch ausgeschlossen, dass Staub oder Pilzsporen ins Innere des Linsensystems gelangen können. Zuverlässig wasserdichte Gläser gibt es nur mit mechanisch aufwändiger Innenfokussierung. Das heißt, dass sich beim Scharfstellen die Länge des Tubus nicht verändert, sondern eine Linse oder Linsengruppe im inneren des Glases verschoben wird. Innenfokussierte Gläser sind, zumindest in der Theorie, die auf lange Sicht solidere Alternative, weil durch die Volumenänderung beim Fokussieren kein Staub eingezogen werden kann.
Bei Marinegläsern nicht so wichtig ist dagegen die Art der Scharfstellung. Ein zentraler Mitteltrieb verspricht im Laden zwar einen größeren Komfort gegenüber
der Einzelokularverstellung, spielt in der Praxis aber keine wesentliche Rolle. Das Glas wird selten für geringe Entfernungen fokussiert und bleibt praktisch immer in der selben Einstellung.
Individuelle Ansprüche
Für den gelegentlichen Einsatz und um grobe Dinge erkennen zu können, kann auch das Billigfernglas mit seinen Plastiklinsen vom Marine-Discounter ausreichend sein. Wer aber, wie beispielsweise am Mittelmeer nicht unüblich, die aus hellen Steinen aufgeschichtete Landmarkierung vor der hellen Steinküste sicher erkennen will, braucht schon eine sehr hochwertige Optik. Vor allem kann man ein besseres Glas auch längere Zeit ohne Ermüdung vor die Augen halten.
Ab etwa 200 bis 300 Euro finden sich schon recht ansprechende Qualitäten auf dem Markt, die sich, zu­mindest bei nicht ganz ungünstigen Lichtbedingungen, durchaus für den Einsatz auf einem Boot eignen.
Wer auf höchsten Sehkomfort und ermüdungsfreie Anwendung auch über einen längeren Zeitraum Wert legt sowie realistische Farbdarstellung und feinste Detail­auflösung auch bei prekären Lichtverhältnissen wünscht, muss aber tiefer in die Tasche greifen. Die Oberliga der Ferngläser liegt preislich an der vierstelligen Schwelle oder sogar darüber. Eine solche Anschaffung kann sich durchaus lohnen, denn wenn sie nur einmal einen navigatorischen Fehler verhindern kann, hat sich das teure Glas schon bezahlt gemacht. Nicht zuletzt kann man sich auch einfach an der feinen Präzision eines hochwertigen technischen Gegenstands erfreuen.
Leider muss auch das Diebstahlrisiko berücksichtigt werden. Manche Häfen am Bodensee sind in diesem Punkt deutlich gefährdeter als andere und die meisten Boote können nicht wirklich zuverlässig verschlossen werden.
Welches Glas den inividuellen Ansprüchen am bes­ten genügt, kann nur in der konkreten Situation ausprobiert werden. Die Leistungen bei Dämmerung oder anderen ungünstigen Lichtverhältnissen kann man nicht bei sommerlicher Mittagssonne in der Fußgängerzone testen.
Geringe Ausrichtfehler werden vom menschlichen Gehirn nach dem Motto, dass nicht ist, was nicht sein kann, ausgeglichen. Auch wenn solche Fehler nicht sofort auffallen, kann der Blick durch ein fehlerhaftes Fernglas auf Dauer aber recht ermüdend sein.
Um geringe Höhenfehler aufzuspüren, hält man das Glas mit ein paar Zentimetern Abstand vor die Augen und beobachtet eine waagerechte Linie. Wenn die Linie im linken und rechten Bild nicht auf gleicher Höhe liegt, ist ein Höhenfehler vorhanden, der bei manchen Gläsern durch Justierung des Prismas ausgeglichen werden kann.
Nachträglich nicht justiert werden können Fehler bei der Farbwiedergabe. Diese kann geprüft werden, indem das Glas umgedreht wird und durch das Objektiv ein weißes Blatt Papier mit dem realen Bild verglichen wird. Hochwertige Gläser weisen keinen Farbstich auf.
Erscheint das Blatt, im selben Winkel durch das Glas gesehen, deutlich dunkler, liegen Defizite bei der Transmission vor, was sich vor allem beim Einsatz in der Dämmerung negativ bemerkbar macht. Es gibt aber kein Fernglas, das keine Helligkeit reduziert. Die Unterschiede liegen in der Menge.
Farbsäume an kontrast­reichen Kanten, beispielsweise dunkle Gegenstände vor hellem Himmel oder weißem Hintergrund können ebenfalls nicht ausgeglichen werden. Ob man, angesichts eines günstigen Preises, mit einer geringeren Detailauflösung leben mag, ist eine individuelle Entscheidung.
Die Schärfe eines Bildes nimmt bei jedem Fernglas zum Rand hin ab. Je geringer dieser Schärfeabfall ausfällt, umso hochwertiger ist das Glas.
Stabilisator und Zoom
Eine ganz eigene Klasse sind Ferngläser mit Stabilisator, deren Technik vor allem von hochwertigen Kameraobjektiven bekannt ist. Hier werden Bewegungen von einem Sensor erfasst und aktiv kompensiert, so dass das Bild trotz Bewegung des Glases ruhig stehen bleibt. Dadurch sind auch Vergrößerungen weit jenseits des Faktors zehn ohne Verwack­lungen möglich.
Solche Ferngläser bieten sich vor allem dann an, wenn man auch von einem schnell fahrenden Motorboot noch etwas durch das Glas beobachten will. Der Korrekturwinkel ist das Maß für die Bewegungsamplitude, die kompensiert werden kann. Je größer dieser ist, um so heftigere Bewegungen werden ausgeglichen.
Es muss aber berücksichtigt werden, dass beispielsweise ein „14x40“ mit seiner nur rund 2,9 Millimeter großen Austrittspupille von vornherein deutlich schlechtere Lichtleistungen als ein klassisches „7x50“-Fernglas liefern kann. Auch wenn dieser Nachteil durch die doppelte Vergrößerung kompensiert wird, hat ein solches Fernglas bei Dämmerung oder trübem Wetter von vornherein Nachteile. Außerdem ist es, durch das kleinere Sehfeld bedingt schwieriger, ein kleines Objekt sofort zu finden. Ferngläser mit Stabilisator bieten sich daher nicht unbedingt als Alternative zu einem Marineglas an, sondern eher als Ergänzung. Auch sind stabilisierte Ferngläser relativ teuer.
Ferngläser mit Zoom-Funktion wären eigentlich ideal, konnten sich bisher aber noch nicht im Marine-bereich durchsetzen. Der Grund liegt einerseits in der generell schwierigen Handhabung langer Brennweiten auf dem Boot. Dazu kommt, dass die optische Qualität bei Zoomferngläsern erst in der Oberklasse befriedigende Leistungen zeigt und dort bei gleichem Preis noch immer deutlich unter einer festen Brennweite liegt. Ob die technische Zukunft aus einer Kombination von Zoom und Stabilisator liegen wird, muss abgewartet werden. Eine solche Kombination wäre für den Einsatz auf einem Boot zumindest denkbar.
Ein sinnvolles Zubehörteil ist ein Schwimmtragriemen, der verhindert, dass das teure Fernglas in Richtung Seegrund abrauscht. Idealerweise ist dieser Gurt in Signalfarbe gefertigt. Gelb kann man bei Dunkelheit sehr gut erkennen.

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