Olympiasieger Ben Ainslie führt

AC Sieg

Neapel, 19.04.2013 von IBN

Zum Auftakt der America’s Cup World Series Neapel bekam es die hochklassige Flotte von neun AC45-Katamaranen – mit einigen der besten Segler der Welt am Steuer – mit äußerst unsteten Windbedingungen zu tun.

Die J.P. Morgan BAR Crew um Skipper Ben Ainslie kam am besten mit den Verhältnissen zurecht, verbuchte die Plätze drei und eins in den beiden Fleet Races und führt das Klassement nach dem ersten Tag mit 21 Punkten an. Nur einen Zähler Rückstand hat Dean Barkers Emirates Team New Zealand, das auf die Plätze eins und vier kam.
 
J.P. Morgan BAR verbuchte zudem im Viertelfinale der Matchracing Championship einen Sieg trotz anfänglichen Rückstands. Alle 45 Segler der neun Teams hatten heute alle Hände voll zu tun, die unberechenbaren Winde richtig zu deuten.
 
„Das war heute einer der Tage, an denen man nur irgendwie durchkommen will, denn bei diesen Bedingungen kann man ganz schnell ein schlechtes Resultat einfahren“, meinte der viermalige Olympiasieger Ainslie, der heute den britischen Botschafter in Italien, Christopher Prentice, als Gast an Bord hatte. „Der über die Landzunge kommende Wind hat heute dermaßen gedreht, das war eine Riesen-Herausforderung.“
 
Um fast 35 Grad (von Südsüdwest auf West) drehte der Wind heute in der Bucht von Neapel, die Windstärke bewegte sich zwischen acht und zwölf Knoten. Auch Barker hatte zu kämpfen. „Man kam heute in überhaupt keinen Rhythmus“, sagte der ehemalige Sieger des America’s Cup und des Louis Vuitton Cup. „Im einen Moment konnte man, wenn man auf der richtigen Kursseite war, richtig weit nach vorne kommen. Und im nächsten Moment konnte man in ein Flautenloch segeln. Besonders rund um die Luvtonne konnte man viele Meter gewinnen oder verlieren. Ich denke, wir haben heute das Beste daraus gemacht.“
 
Auf dem dritten Rang liegt derzeit mit 18 Punkten die Luna Rossa Piranha Crew um Chris Draper. Der 49er-Weltmeister hofft darauf, den Paukenschlag zu wiederholen, der ihm mit dem Sieg der AC World Series Neapel im vergangenen Jahr gelungen war.
 
„Ich denke, für uns war das ein guter Tag“, sagte Draper. „Wir haben beim Fleetracing zwar die ein oder andere Chance ausgelassen, aber uns dennoch die Plätze vier und zwei sichern können. Morgen wollen wir noch besser sein. Ich habe heute meinem Instinkt nicht genug vertraut, als ich es hätte tun sollen. Auf der anderen Seite habe ich Chancen gesucht, die gar nicht da waren. Insgesamt war es aber in Ordnung.“
 
So anspruchsvoll die Bedingungen im Allgemeinen waren, so schwierig war der Regattakurs für einige der neuen Steuermänner zu beherrschen. Sowohl Tom Slingsby vom ORACLE TEAM USA als auch Roman Hagara von HS Racing handelten sich eine Strafe für das Übersegeln der Kursgrenzen ein.
 
Für Slingsby resultierte dies im zweiten Platz im ersten Rennen – anstelle eines möglichen Sieges. „Wir hatten einen schönen Vorsprung, doch als Rookie habe ich eine Kursbegrenzung nicht erkannt, und wir sind offenbar knapp darüber hinaus gesegelt“, meinte Slingsby, Olympiasieger im Laser. „Ich habe nach dem Rennen meine Crew gebeten, mit deutlich auf die Grenzen hinzuweisen.“
 
In der Matchracing-Qualifikation kam das neue Team HS Racing, angeführt von den gleichberechtigten Skippern Roman Hagara und Hans-Peter Steinacher, zu einem kampflosen Sieg über das China Team, das wegen eines irregulären Starts disqualifiziert werden musste.
 
In den beiden Viertelfinal-Rennen des Tages bezwang Luna Rossa Piranha das Team Artemis Racing White (Charlie Ekberg), während sich J.P. Morgan BAR gegen das Energy Team (Yann Guichard) durchsetzte.
 
Morgen werden die Viertelfinals mit den Match Races zwischen HS Racing und ORACLE TEAM USA SLINGSBY sowie Emirates Team New Zealand und Luna Rossa Swordfish (Francesco Bruni) komplettiert.
 
„Es ist wirklich schön, in Neapel zu segeln”, sagte der zweimalige Olympiasieger Hagara. „Das ist großer Sport, besonders für die Zuschauer. Es ist unglaublich, wie viele Fans heute vor Ort waren. Ich habe noch sie so viele Menschen bei einer Regatta erlebt.“
 
Die morgigen Wettfahrten beginnen um 14.00 Uhr MESZ und werden weltweit (Einschränkungen aufgrund der Rechte-Situation in einigen Ländern möglich) auf YouTube übertragen.
 
Hier finden Sie den detaillierten Zeitplan und das Regattaformat
 
America’s Cup World Series Neapel - Zwischenstand
(vorläufig, nach zwei von sieben Wettfahrten)
1. J.P. Morgan BAR (Ben Ainslie) – 21 Punkte
2. Emirates Team New Zealand (Dean Barker) – 20
3. Luna Rossa Piranha (Chris Draper) – 18
4. ORACLE TEAM USA (Tom Slingsby) – 16
5. Energy Team (Yann Guichard) – 14
6. Luna Rossa Swordfish (Francesco Bruni) – 14
7. Artemis Racing White (Charlie Ekberg) – 11
8. China Team (Mitch Booth) – 7
9. HS Racing (R. Hagara/H.S. Steinacher) – 7