Dreigroschenoper auf der Seebühne

Altnau, 24.04.2013 von IBN

Das See-Burgtheater kehrt 2013 mit Brechts Dreigroschenoper an den Bodenseestrand zurück. Auf der Bühne: der ins Gigantische gewachsene, gefräßig die Zähne fletschende Haifisch aus Mackie Messers Moritat.

Premiere ist am Donnerstag, 11. Juli 2013.Zwischen 11. Juli und 8. August sind zwanzig Vorstellungen geplant. 
Mackie Messer ist für Regisseur Leopold Huber ein Krimineller, der sich im Haifischbecken des Turbokapitalismus tummelt. „Was ist schon ein Dietrich gegen einen Hedgefonds?“, fragt Huber mit Brecht. Giuseppe Spina, der Stelzfuß aus dem „Black Rider“, verkörpert den Gangster so charmant, dass man ihn einfach mögen muss – „ungefähr so, wie die Italiener den Berlusconi“, erklärt der Regisseur. Seinen Gegenspieler Peachum spielt Erich Hufschmid, der mit dem Image eines Saubermannes den Spendenschwindler glaubwürdig auf die Seebühne bringt. Ausgerechnet seine Tochter Polly (Carin Lawey) verfällt jedoch dem charmanten Kriminellen. Astrid Keller ist die Geschäftsfrau „Jenny“ im Gaunerbunde. Als Bordell- und Eskortservice-Chefin mit Verbindungen bis in die höchsten Kreise verfolgt sie nur ihre eigenen Interessen. Das Gesetz wird von Tiger Brown (Alexander Peutz) mehr schlecht als recht vertreten. Die Kriminellen im Stück agieren wie gute Bürger – wer daraus den Umkehrschluss zieht, hat Brecht schon verstanden. Für die Bühne mit gigantischem Hai, der einen Überseecontainer verschlingt, zeichnet wieder der international renommierte Bühnen und Kostümbildner Klaus Hellenstein verantwortlich.

Musik und Gesang kommen natürlich live von der Bühne. Kurt Weills berühmte Songs aus der Dreigroschenoper stellen Schauspieler und Band dabei vor Herausforderungen: „Wer Weill spielen will, muss klassisch ausgebildet sein und dann noch etwas von Jazz verstehen“, fordert Huber. Für die musikalische Umsetzung der leicht schrägen Weill-Töne ist Volker Zöbelin als Bandleader und Kapellmeister zuständig. Brechts Dreigroschenoper soll mit spielerischer Leichtigkeit und ohne erhobenen Zeigefinger über die Seebühne gehen. „Einsicht ist ja auch ein großes Vergnügen“, sagt Huber und verspricht seinem Publikum „Unterhaltung ohne Reue“.

www.see-burgtheater.ch

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