Wenn Bodensee-Digital nicht funktioniert

14.05.2013 von Michael Häßler

Bodensee Digital ist schon einige Jahre am Markt und gilt als zuverlässig und ausgereift. Dies gilt ebenso für das zugrunde liegende Open Source Programm „OpenCPN“.

Nach unseren Erfahrungen der letzten Jahre mit dem Support, liegt die Ursache von Betriebsstörungen fast immer daran, dass manuell in die Dateistruktur eingegriffen wurde. Oft geschieht das versehentlich, wenn beispielsweise Dateien verschoben oder gelöscht werden und manchmal ist eine Kombination von „Unkenntnis und Experimentierfreude“ die Ursache für ein Problem. Auch liegt die Ursache nicht immer an der nicht funktionierenden Anwendersoftware, sondern kann auch beim Betriebssystem oder anderen Komponenten zu suchen sein.
Bei „Bastel-Windows“ mit vom Forum empfohlener „Freeware-Vollausstattung“ oder einer „besonders originellen Ordnerstruktur“, kann die beste Software „aus der Kurve fliegen“. Ohne gewisse Standards geht’s halt nicht.
Der Autor hat vor einiger Zeit den Laptop eines IBN-Lesers wieder in Gang gebracht, der zwei Programm-Ordner auf der Festplatte besaß. In jedem Ordner steckte eine unvollständige Installation von Bodensee-Digital, die nichts von der jeweils anderen wusste. Nach Aussage des Besitzers sei der Rechner regelmäßig von einem „EDV-Spezialisten“ gewartet worden. Dieser „Spezialist“ hatte auch den Auftrag, Bodensee-Digital zu installieren, weil der Anwender sich damit nicht befassen wollte und sich das auch nicht zutraute. Er zeigte dem Autor sogar eine Rechnung über mehrere Stunden vergebliche Installationsversuche. Das Programm sei halt „Mist“, erklärte der Fachmann seinem Kunden.
Automatische Installation
Die schon seit einiger Zeit erhältliche Version 1.2 von Bodensee Digital verfügt über eine zuverlässige Installationsroutine, die alle notwendigen Einstellungen und Verknüpfungen selbsttätig vornimmt. Wer wenig Ahnung hat, startet das Installationsprogramm und klickt auf „OK“, wenn er gefragt wird. Wenn kein Spezialfall vorliegt, kann man sich auf diese Routine verlassen. Wer manuell eingreift und nicht hundertprozentig genau weiss, was er tut, kann im Prinzip nur Fehler machen. Es gibt für ihn keinen Grund, den Vorschlägen der Installationsroutine nicht zuzustimmen.
Dies gilt auch für ein Update von OpenCPN, das auf allen geeigneten Betriebssystemen bestens funktioniert, wenn man nicht manuell eingreift.
Falls doch mal etwas nicht funktioniert, kann man sich an die folgenden Maßnahmen halten. Wenn diese Tipps keine Lösung bringen,  ist es das Einfachste, das Programm noch einmal komplett neu zu installieren. Dann werden eventuell versehentlich gelöschte oder verschobene Dateien automatisch wieder in das richtige Verzeichnis installiert.
Falls das kein Ergebnis bringt, hat der Fehler Ursachen, die außerhalb von Bodensee Digital liegen. Unkoordinierter Aktionismus muss unterbleiben und geht in EDV-Angelegenheiten selten gut. Man macht die Sache dadurch eher schlechter als besser.

Karte ist nicht zu sehen
Bei älteren Betriebssystemen, wie beispielsweise Windows XP, ist es schon vorgekommen, dass nach dem Programm-Update die Karten nicht mehr gefunden wurden. Auch beim Wechsel in ein anderes Kartenverzeichnis, beispielsweise von einem anderen Revier, können nur die Umrisse der Karten zu sehen sein. Dann muss die Datenbank neu aufgebaut werden. In der aktuellen Version Open CPN 3.2.0 ist unter dem Menüpunkt „Werkzeuge“ die „Seekartenabteilung“ sichtbar. Im dortigen Fenster sollte der Standard-Pfad „C:\Programme\IBN\Bodenseekarte“ aufgeführt sein. Mit dem Befehl „Datenbank neu aufbauen“ (links unten) kann die Verlinkung automatisch hergestellt werden.
Ist dieses Verzeichnis nicht oder mit einem anderen Pfad vorhanden, wurde keine Standard-Installation durchgeführt. Mit dem Befehl „Auswahl löschen“ kann die nicht funktionierende Verknüpfung entfernt werden. Dann muss der korrekte Pfad zum Verzeichnis hinzugefügt werden. Der entsprechende Button ist auf der rechten Seite zu finden.
Nachdem dieser gedrückt wurde, klickt man sich durch seine individuelle Verzeichnisstruktur zum Ordner „Bodenseekarte“ und markiert diesen. Keinesfalls dürfen aber die darin enthaltenen Karten „Bodensee Ost“ und „Bodensee West“ markiert werden. Das Programm braucht den Ordner mit den Karten, nicht die einzelnen Karten. Bei älteren Programmversionen funktioniert die Sache ähnlich. Die Buttons sind halt teilweise etwas anders platziert.
Hafendaten
Im Gegensatz zu den Karten, sind die Hafendaten aus dem Leg An sogenannte GPX-Dateien. Sie werden vom Routenmanager verwaltet und wie Wegpunkte behandelt. Im Routenmanager müssen unter dem Reiter „Layer“ die Verzeichnisse „OberseeNordufer“, OberseeSuedufer“, „Oesterreich“, „UeberlingerSee“ und „Untersee“ zu finden sein. Falls diese Verzeichnisse dort nicht aufgeführt sind, können sie mit dem Button „Importiere GPX“ manuell geladen werden. Drückt man den Button, erscheinen die GPX-Verzeichnisse mit den obigen Namen. Sie müssen dann markiert und mit dem Befehl „Öffnen“ importiert werden. Sind sie danach im Verzeichnis „Layer“ aufgeführt, sollten die entsprechenden Leg An - Symbole als Wegpunkt auf der Karte zu sehen sein. Sie werden mit der rechten Maustaste angeklickt. Unter dem Menüpunkt „Eigenschaften“, lassen sich die Hafeninformationen abrufen.
GPS-Signal fehlt
Ebenfalls im Menüpunkt „Werkzeuge“ ist unter „Verbindungen“ die Funktion „Zeige NMEA - Datenfluss zu sehen. Wird dort ein Häkchen angebracht, öffnet sich ein Fenster, in dem die laufend empfangenen Daten des GPS-Empfängers angezeigt werden. Bleibt dieses Fenster leer, hat das Programm keine Satellitenverbindung. Eventuell ist die Verbindung zum GPS-Empfänger deaktiviert. Die Aktivierung wird mit einem Häkchen vor dem entsprechenden Gerät im Fenster mit der Liste der „Daten-Verbindungen“ durchgeführt.
Ist der Com-Port mit dem GPS-Empfänger nicht in dieser Liste aufgeführt, kann er mit dem Befehl „Verbindung hinzu“ hinzugefügt werden. Man muss dafür allerdings wissen, an welchem Comport der GPS-Empfänger angeschlossen ist. Beim aktuellen OpenCPN wird das oft schon automatisch erkannt. Ansonsten findet man den GPS-Empfänger im Gerätemanager des Betriebssystems unter „Anschlüsse“. Die Nummer des Com-Ports wird dann manuell in OpenCPN eingetragen.

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