Es geht um 50 Prozent der Nationenstartplätze für Olympia

Hamburg , 08.09.2014 von IBN

Die deutsche Segel-Nationalmannschaft steht vor ihrer größten Bewährungsprobe in diesem Jahr: Bei der Weltmeisterschaft aller olympischen Segeldisziplinen geht es vom 12. bis zum 21. September nicht nur um Medaillen und Top-Platzierungen, sondern auch um die Nationenqualifikation für die Olympischen Spiele 2016.

Vor Santander in Spanien werden in allen zehn Disziplinen die ersten 50 Prozent der Olympia-Startplätze für Rio de Janeiro 2016 vergeben. „Wir wollen uns diese Startplätze in Santander in mindestens sieben von zehn Disziplinen frühzeitig sichern“, gibt DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner das ehrgeizige Ziel vor.

In einigen Klassen scheint dieses Ziel vergleichsweise leicht erreichbar: Bei den Lasern beispielsweise werden sich am Ende der bevorstehenden Titelkämpfe die besten 23 Nationen ihren olympischen Startplatz gesichert haben. Die Laser stellen nicht nur bei der Weltmeisterschaft mit 150, sondern auch bei den Olympischen Spielen 2016 mit 46 Booten die größte Flotte. Die Nationenqualifikation sollte für Deutschlands Segler des Jahres Philipp Buhl also trotz einiger Dämpfer in jüngster Zeit zu meistern sein. Der WM-Dritte von 2013 sagte: „Zuletzt habe ich deutlich jenseits der Top Drei der Welt gesegelt. Mein Medaillenziel für die WM bleibt aber unverändert bestehen. Ich will da wieder hin!“ 

Die schwierigste Aufgabe haben Deutschlands Top-Segler in den Skiff-Klassen 49er und 49er FX sowie bei den 470er Frauen und im neuen Mixed-Mehrrümpfer Nacra 17 zu lösen. In diesen vier Disziplinen werden vor Santander nur zehn olympische Startplätze vergeben, weil sie auch bei Olympia mit jeweils nur 20 Booten die kleinsten Flotten stellen. Während den deutschen Skiff-Seglern in den Männer- und Frauen-Feldern gute Chancen zum Überqueren der Qualifikationshürde eingeräumt werden, würde die frühe Olympia-Qualifikation Deutschlands durch eines der aufstrebenden Talente im Finn Dinghi und im Nacra 17 zu diesem Zeitpunkt einem sehr positiven Leistungssprung gleichkommen. Wichtig zu wissen: Erfüllt ein Team die Kriterien zur Qualifikation Deutschlands in seiner Disziplin, erwirbt es dadurch nicht automatisch für sich selbst das Startrecht. Über die Qualifikation der einzelnen deutschen Teams wird später in einer mehrteiligen nationalen Ausscheidung entschieden.


DIE DEUTSCHEN WM-STARTER

Surfen Männer: RS:X
Toni Wilhelm (Dogern, Württembergischer Yacht-Club)

Einhand Männer: Laser

Philipp Buhl (Kiel, Segelclub Alpsee Immenstadt)
Tobias Schadewaldt (Oldenburg, Norddeutscher Regatta Verein)
Fabian Gielen (Lindau, Lindauer Segler-Club)
Theodor Bauer (Kiel, Röbeler Segler-Verein „Müritz“)

Einhand Männer (Schwergewicht): Finn Dinghi
Phillip Kasüske (Kiel, Verein Seglerhaus am Wannsee)
Eike Martens (Ganderkese, Norddeutscher Regatta Verein)
Lars Haverland (Schwerin, Schweriner Yacht Club)

Zweihand Männer: 470er
Jan-Jasper Wagner/Dustin Baldewein (beide Kiel, Verein Seglerhaus am Wannsee)
Ferdinand Gerz (München, Seglerverein Wörthsee)/Oliver Symanski (Kiel, Joersfelder Segel Club)
Julian Autenrieth/Philipp Autenrieth (beide Augsburg, Bayerischer Yacht-Club)
Denny Naujok/Paul Kübel (beide Kiel/Wassersportverein 1921)

Skiff Männer: 49er
Erik Heil/Thomas Plößel (beide Kiel, Norddeutscher Regatta Verein)
Justus Schmidt (Schönwalde, Kieler Yacht-Club)/ Max Böhme (Kiel, Kieler Yacht-Club)
Philipp Müller (Wörthsee, Herrschinger Segelclub)/Kilian Holzapfel (Seebrucker Regatta Verein)

Surfen Frauen: RS:X
Steffi Schwarz (Schondorf, Augsburger Segler-Club)

Einhand Frauen: Laser Radial
Svenja Weger (Kiel, Potsdamer Yacht Club)
Constanze Stolz (Kiel, Düsseldorfer Yachtclub)
Chiara Steinmüller (Kiel, Segel-Club „Ahoi“)
Pauline Liebig (Kiel, Deutsch-Schweizerischer Motorboot-Club)

Zweihand Frauen: 470er
Annina Wagner (Mannheim, Potsdamer Yacht Club)/Elisabeth Panuschka (Kiel, Segelklub Bayer-Uerdingen)
Annika Bochmann (Kiel, Verein Seglerhaus am Wannsee)/Karoline Göltzer (Berlin, Segelgemeinschaft am Müggelsee)
Nadine Böhm (Kiel, Deutscher Touring Yacht-Club)/Ann-Christin Goliaß (Kiel, Duisburger Yacht-Club)

Skiff Frauen: 49er FX
Tina Lutz (Holzhausen/Chiemsee Yacht Club)/Susann Beucke (Strande/Hannoverscher Yacht-Club)
Victoria Jurczok/Anika Lorenz (beide Kiel, Verein Seglerhaus am Wannsee)
Leonie Meyer (Kiel, Norddeutscher Regatta Verein)/Elena Stoffers (Kiel, Kieler Yacht-Club)
Jule Görge/Lotta Görge (beide Kiel, Kieler Yacht-Club)

Mehrrümpfer Mixed: Nacra 17
Paul Kohlhoff/Karolina Werner  (beide Kiel, Kieler Yacht-Club)
Jakob Lenz/Susann Brechlin (beide Schwerin, Schweriner Segler-Verein)
Finn Heeg/Merle Baars (beide Kiel, Catamaran Club Flensburger Förde)
Eckart Kaphengst/Tine Kaphengst (beide Kiel, TSV Schilksee)



Optionen

Weitere Infos

ZEITPLAN FÜR DIE WELTMEISTERSCHAFT Start: 12. September Letzter Tag Qualifikationsrennen/Halbzeit: 16. September Medaillenrennen Laser & Laser Radial: 18. September Medaillenrennen RS:X M & W: 19. September Medaillenrennen 470 M & W: 20. September Medaillenrennen Finn, 49er, 49er FX und Nacra 17: 21. September ANZAHL STARTPLÄTZE FÜR DIE OLYMPISCHEN SPIELE 2012 Nachfolgend die Anzahl der Nationenstartplätze, die bei der WM mit den ersten 50 Prozent pro Disziplin vergeben werden. In Klammern sind die olympischen Startplätze für 2016 insgesamt pro Disziplin angegeben. 49er: 10 (20) 49er FX: 10 (20) 470er Frauen: 10 (20) Nacra 17: 10 (20) Finn Dinghi: 12 (23) 470er Männer: 13 (26) RS:X Frauen: 13 (26) RS:X Männer: 18 (36) Laser Radial: 19 (37) Laser: 23 (46)

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