An der Kette liegt man ruhig

mooring

03.03.2011 von Michael Häßler

Moorings kennt man normalerweise nur von oft unverschämt teuren Anlegeplätzen im Mittelmeer. Aber auch am Bodensee wird diese praktische Methode, sein Boot festzumachen, immer beliebter.

 

Der Yachtclub Bregenz war wohl einer der ersten Hafenbetreiber, der Moorings für seine Gastplätze einsetzte. Als man früher an diesem Steg ankern musste, war das wegen der großen Wassertiefe immer eine sehr unsichere Sache, weil der Anker nicht weit genug ausgebracht werden konnte. Auch in der neuen Marina Bregenz sind ebenso Moorings installiert wie im Hafen des Yachtclubs Wetterwinkel, in Romanshorn oder in Langenargen. 
Die Vorteile der mediterranen Technik liegen auf der Hand: Das System ist deutlich billiger als Pfähle zu schlagen und ist sehr flexibel, was die Breite der daran befestigten Boote anbelangt. Nachteile gibt es natürlich auch. Diese liegen vor allem darin, dass vielen Bootsbesitzern am Bodensee noch die entsprechende Routine im Umgang mit dem „neumodischen“ Grundgeschirr fehlt.
Eine Mooring ist nichts anderes als eine permanent vorhandene, kurze Ankerkette, die wiederum an einer sehr schweren Kette befes­tigt ist, die parallel zum Anleger verläuft und von mehreren großen Ankersteinen an Ort und Stelle gehalten wird. An der ersten Kette ist die Mooringleine befestigt, die am Boot belegt wird und mit ihrem anderen Tampen am Anleger befestigt ist. Ankern ist in solchen Häfen übrigens tabu, weil das Mooringgeschirr nur darauf wartet, einen Anker zu fangen und festzuhalten.
Das Anlegen an einer Mooring ist nicht schwierig, zumindest nicht bei leichtem Wind. Bei starkem Seitenwind sollte man das Manöver aber sehr genau planen und mit der Crew vorher durchsprechen. Jedem Einzelnen muss seine Aufgabe klar sein.
Die erste Frage lautet, ob man mit dem Bug oder dem Heck anlegt. Dazu muss man wissen, wie die Hafensohle direkt an der Mauer aussieht, nämlich ob genug Wassertiefe für das Ruderblatt vorhanden ist. Ist das nicht der Fall, kann nur vorwärts angelegt werden.
Die zweite Frage, die geklärt werden muss, ist, ob das Rigg an dem ausgewählten Platz mit dem Rigg eines Nachbarn kollidieren könnte. Insbesondere an unruhigen Anlegestellen sollte der Liegeplatz nach diesem Kriterium ausgewählt werden.
Oft ist vor den Mooringplätzen nicht sehr viel Manövrierraum vorhanden, so dass man parallel zur Kaimauer anfährt und mit mehr oder weniger hartem Rudereinsatz in eine freie Lücke fährt. Bei Wind muss das mit relativ hoher Geschwindigkeit passieren, damit das Boot manövrierbar bleibt und nicht gegen andere Boote treibt. Je nach Bootstyp und Radeffekt des Antriebs ist es möglich, dass der Manövrierradius in einer Richtung zu groß ist und man gar nicht in die freie Lücke hineinkommt. Dann muss geprüft werden, ob man besser von der anderen Seite anfährt. Grundsätzlich sollte das aber immer, sofern es möglich ist, gegen die Windrichtung erfolgen.
Ist das Boot am Liegeplatz angekommen, können die zuvor befestigten und an Deck liegenden Fender schnell ausgebracht werden. Sind diese schon während des Anfahrens an der Bordwand, könnte es Probleme geben, wenn sie sich mit den Fendern des Nachbarn verhaken. Andererseits kann man mit ausgebrachten Fendern und in engen Lücken bei starkem Seitenwind zunächst „auf das Leeboot liegen“. Ein „laufender Fender“ und ausreichend Hände um „abzuhalten“, sind dabei nicht verkehrt.
Priorität eins hat jetzt nicht die Mooringleine, sondern zunächst die luvwärtige Leine zum Anleger. Erst wenn diese belegt
ist, kümmert man sich um die Mooring. In dieser Zeit kann das Boot, falls notwendig, mit der Maschine von der Mauer abgehalten werden. Ein Crewmitglied nimmt die Mooringleine von der Kaimauer und belegt diese am anderen Ende des Bootes. Dann kann auch der lee­wärtige Festmacher zum Kai ausgebracht werden.
Man muss immer mit Angelhaken oder scharfkantigem Bewuchs an den Leinen rechnen. Deswegen haben sich lederne Arbeitshandschuhe im Umgang mit der Leine bewährt. Auch ein Karabiner an einer kurzen Leine leistet gute Dienste, um die Mooring ans Bootsende zu führen. Er wird einfach in die Mooringleine eingepickt, und man zieht ihn an dem kurzen Stropp nach vorne. Das geht schneller als herkömmlich Hand über Hand.
Muss die Maschine laufen, während ein Besatzungsmitglied mit der Mooringleine nach vorne geht, ist es sinnvoll, wenn ein zweites Crewmitglied auf Höhe des Antriebs die Leine in der Hand hält und verhindert, dass diese in die Schraube gerät. Ist man nur zu zweit, kann die Mooringleine im Bereich der Plicht über eine Winsch gehängt und so von der Schraube ferngehalten werden. Eine Pütz voll Wasser über das Deck ist ohnehin fällig, und die Bordfrau sollte für diesen Job auch nicht unbedingt schon das weiße Kos­tüm tragen, mit dem sie nachher ins Restaurant möchte.
An welcher Seite man die Mooringleine am Boot belegt, hängt von den indi­vi­duellen Gegebenheiten am Liegeplatz ab. Meistens sind die Leinen so am Anleger befestigt, dass diese rechtwinklig dazu verlaufen oder nach der gewöhnlichen Wetterseite ausgerichtet sind.

Bordfrau

Das hat den recht netten Artikel ziemlich versaut. Was geht denn da im Kopf des Autors ab? Jedenfalls scheint es hier nicht um die Verbesserung von Mooringstechniken zu gehen, sondern um Bewältigung von Eheproblemen auf Umwegen.
Andi Strub am 17.12.2016 02:13:24

Das mit der Bordfrau...

...hätte man getrost weglassen können. Klischees aus der Mottenkiste des Segelsports sind in den 2010er Jahren nicht mehr anwendbar.
Waldo Pepper am 27.09.2015 18:54:52
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