Wassereintritt in Passagierschiff auf dem Bodensee

LINDAU(B), 10.09.2015 von IBN

Der Wassereintritt, der gestern Nachmittag zur Havarie eines Passagierschiffes auf dem bayerischen Teil des Bodensees geführt hatte, konnte zwischenzeitlich gestoppt werden. Das Schiff kann nun in eine Werft geschleppt werden.

Kurz nach 15 Uhr legte das Passagierschiff am Steg der Oskar-Groll-Anlage in östliche Seerichtung ab. Nach derzeitigem Kenntnisstand kam es bald darauf zu einer Grundberührung, und in der Folge zu einem Wassereintritt in den Maschinenraum. 

Das havarierte Schiff konnte sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien. Die rund 60 Fahrgäste konnten von einem in der Nähe befindlichen anderen Passagierschiff innerhalb von rund 15 Minuten abgeborgen werden, indem es längsseits an dem festgefahrenen Schiff anlegte, die Personen übernahm und in den Lindauer Hafen brachte. Die fünfköpfige Besatzung, darunter der 56-jährige Kapitän, blieb an Bord und half den alarmierten Rettungskräften des Lindauer Polizeibootes „Hecht“, der Lindauer Feuerwehr und Technischen Hilfswerk, sowie den Wasserwachten, das Leck mittels einem Hydraulikstempel zu verschließen. Zeitgleich pumpten Pumpen - die unter anderem durch den „Hecht“ an Bord gebracht wurden - das eingedrungene Wasser nach draußen.

Durch ein Spezialboot wird das betroffene Passagierschiff nun in eine Werft in Vorarlberg gebracht. Verletzte Personen wurden bislang glücklicherweise nicht registriert. Der Sachschaden wird grob auf rund 100.000 Euro geschätzt. Auch zu einer Gewässerverunreinigung kam es nach momentanem Kenntnisstand nicht. 

Die Lindauer Wasserschutzpolizei hat die Ermittlungen zu dem Unfall aufgenommen. Es ist noch Gegenstand dieser Untersuchungen, ob das Niedrigwasser  eventuell eine Rolle spielte. Insgesamt waren über 50 Einsatzkräfte und zwei Hubschrauber eingebunden.