Meisterschale der Segler ergattert wieder der Deutschen Touring Yachtclub aus Tutzing

Als bester Bodenseeverein belegt der Lindauer SC den vierten Ranglistenplatz der Segelbundesliga

SMCÜSBL

Hamburg, 31.10.2016 von Kerstin Hahn

Mit durchgängig guten Winden, kompletten 15 Flights plus den zwei geplanten Finalläufen, ging das sechste Regattawochenende- und damit die deutsche Segelbundesliga 2016, am Samstag in Hamburg zu Ende. Unheimlich dicht das Leistungspotenzial der Segler, haarscharf manche Entscheidung, wobei in diesem Jahr wohl auch der Windmangel an den Austragungsorten der Frühjahrsetappen ein wenig zum Auf- und Ab in der Rangliste beigetragen hat.

Titelverteidiger und glücklicher Titelgewinner wieder der Deutsche Touring YC aus Tutzing/Starnberger See. Bei drei von sechs Etappen wurde die Crew des DTYC Sieger. Beim Endspurt in Hamburg schwächelten sie jedoch so sehr, dass sie sich mit einem zehnten Listenplatz zufriedengeben mussten der ihnen beinahe ihre Führungsposition in der Liga gekostet hätte. Ganz knapp, mit zwei Punkten Vorsprung, konnten sie am Ende den Titel verteidigen und ihren Verfolger, den Verein Seglerhaus am Wannsee auf den zweiten Platz verweisen. Noch knapper, nämlich nur ein einziger Punkt Unterschied, machte die Belegung des dritten Platzes durch den Bayerischen Yacht-Club, vor dem Viertplatzierten des Lindauer Segelclubs aus. Als erster ‚nördlicher‘ Verein der deutschen Segelelite erreichte der Norddeutsche Regatta Verein (NRV) den fünften Ranglistenplatz. Entsprechend dem finalen Ergebnis der deutschen Segelbundesliga sind damit der DTYC, der VSaW und der der BYC für die SAILING Champions League 2017 nominiert.

Von den drei Erstligisten der Bodensee Teilnehmer überraschte beim Finale auf der Alster der SMC Überlingen. „Vom 13. Gesamtrang als ‚vakanter Relegationskandidat‘ zu dieser letzten Etappe anzutreten, das war eine gefährliche Position, wir haben wirklich gezittert und wir hatten echt sehr viel Druck“ beschreibt Taktiker Christian Zittlau ihre Situation. Quasi als Trumpfkarte zog der SMCÜ deshalb für diese Etappe Tino Mittelmeier als Steuermann aus dem Ärmel. Er konnte aus privaten Gründen das ganze Jahr nicht viel mitsegeln doch als Joker leistete er auf der Alster ganze Arbeit. Mit fünf Zieleinläufen als Sieger rutschte der SMCÜ während der drei Regattatage in der Tabelle nach oben und erreichte sogar einen Startplatz für die Finalflights. Doch Mittelmeier betrachtet die Hamburger Ergebnisse als „absolute Teamarbeit“ und bezeichnete sie mit Frederik Schaal am Trimm, Sven Hessberger auf dem Vorschiff und Christian Zittlau als Taktiker als gelungene Gesamtleistung. Dank dem bereits gesicherten Klassenerhalt gingen sie völlig stressfrei ins Finale, schafften so noch einen Final-Sieg und durften sich schließlich sogar über den dritten Hamburger Podestplatz freuen. Nur minimal ging der Württemberger Yachtclub an der Vorgabe ihres Teamchefs Klaus Diesch, den achten Platz auf der Gesamtrangliste zu halten, vorbei. Ihrem Kern Team Nr.3, mit Max Rieger als Steuermann und Thomas Stemmer, Felix Diesch und Conrad Rebholz in der Mannschaft, gelang zwar drei tolle Zieleinläufe als Sieger, doch auch die anderen Segelteams gaben im Finale noch einmal ihr Bestes.  Am Ende wurden sie mit 59 Punkten in Hamburg Zwölfter. Diese 59 Punkte waren aber auch ein Zeugnis von der hohen Leistungsdichte, die in diesem Format gesegelt wird, denn es ist absolut bemerkenswert, dass außer ihnen noch vier weitere Clubs mit gleichem Punktestand abschlossen. In der Gesamtwertung der 1. Liga belegt der WYC nach sechs Events und insgesamt 72 absolvierten Flights den 10. Platz der deutschen Rangliste und bestätigt damit zweifelsfrei seine seglerische Kompetenz sowie seine absolute Zugehörigkeit zu diesem Format. Als dritter Verein vom Bodensee wird auch der Lindauer SC weiter in dieser Klasse segeln. Dreimal stand das Team um Veit Hemmeter bei den einzelnen Etappen mit auf dem Podest, doch in Kiel und Hamburg hatten sie ein unerklärliches Formtief und wurden jeweils Vierzehnter. Ein harter Schlag für Veit und Teresa Hemmeter, Martin Hostenkamp und Fabian Gielen, die nach ihrem miesen Kieler Ergebnis kurzfristig noch ein gemeinsames Trainingswochenende mit dem BYC und dem MYC in Starnberg absolvierten, um sich für das Finale zu rüsten. Entsprechend ihres Punktekontos erreichten sie aber in der Gesamtwertung noch den vierten Platz, doch ihr heimlicher Traum – einen Startplatz zur Champions League zu bekommen, ist in Hamburg geplatzt.

Konstanzer YC segelt weiter in der 2. Liga

Auch für den Konstanzer YC platzte in Hamburg ein optimistischer Traum, denn sie wären so gern wieder in die 1. Liga zurückgekehrt. Nach den fünf Regattawochenenden der Zweitligisten hatten sie sich in harter Arbeit auf den sechsten Platz der Liga vorgekämpft und damit einen Startplatz für die Relegation- und eine erneute Aufstiegschance erhalten. Leider gehörten sie nach den zwölf absolvierten Rennen, die am letzten Oktobersonntag nach dem Finale der Erstligisten ebenfalls auf der Alster stattfanden, aber nicht zu den Aufsteigern. Im Ergebnis der Relegationswertung dürfen sich der Potsdamer YC über seinen Aufstieg und der Lübecker-, und Berliner Yachtclub wiederholt über einen Startplatz in der 1. Liga für 2017 freuen. Während die Konstanzer und der Mühlenberger Segelclub weiter in der 2. Liga bleiben, war die Enttäuschung für den Flensburger Segel-Club, als einziger Absteiger, wohl am größten.

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