Boris Herrmann jagt erneut den Weltrekord

Round

Hamburg, 21.11.2016 von IBN

Die Segeljagd rund um die Welt hat begonnen: Der Hamburger Hochseeprofi Boris Herrmann startete in der Nacht zu Montag (21. November) in Frankreich zur Jules Verne Trophy. An Bord des 31,50 Meter langen Trimarans „IDEC Sport“ will der 35-jährige mit einer sechsköpfigen, internationalen Mannschaft unter dem französischen Skipper Francis Joyon in 45 Tagen zurück in Brest sein.

 Der direkte Weg rund um das Kap der Guten Hoffnung, Kap Leeuwin in Australien und das legendäre Kap Horn ist mehr als 22.000 Seemeilen (rund 41.500 Kilometer) lang. Der Weltrekord steht oder fällt am 5. Januar kurz vor Mittag.

Am Sonnabendnachmittag erst hatte der Skipper den Code Orange ausgerufen und seine Crew zusammengetrommelt, zu der außerdem der beste Schweizer Hochseesegler Bernhard Stamm, der Top-Spanier Alex Pella sowie die Franzosen Gwénolé Gahinet und Clément Surtel gehören. In den nächsten 72 Stunden konnte es losgehen, so der Mobilisierungsplan. Tags darauf landete Boris Herrmann vom Flughafen Hamburg in der Bretagne. Keine drei Stunden später legte die „IDEC Sport“ um viertel vor acht abends im Blitzlicht von Kameras und Scheinwerfer bereits ab, deutlich früher als intern zunächst vorgesehen. Die Strategen um den niederländischen Wetterrouter Marcel van Triest hatten zur Eile geraten.

In pechschwarzer Nacht ging es ausgangs des Englischen Kanals zur gedachten Linie zwischen dem Leuchtturm Le Créac’h auf der Insel Ushant gegenüber vom Lizard Point in Cornwall/Südengland. Um 22.14 Uhr und 45 Sekunden Ortszeit segelte die „IDEC Sport“ mit 24 Knoten (etwa 45 km/h) Richtung Atlantik. Es war ein geradezu ungewöhnlicher Start für einen Streckenrekord. Denn am Kern eines Tiefdruckgebiets wehte zunächst meist nur eine ziemlich schwache Brise. 

Bis in die Morgenstunden hatte das Team schon mehr als 200 Seemeilen auf den Rekordhalter eingebüßt. „Das ist Kalkül, um die Idealbedingungen voll mitzubekommen“, erklärte Navigator Herrmann. Er sollte Recht behalten. Am Montagmorgen setzte die erwartete frische bis starke, später sogar stürmische nördliche Brise ein. Mit einer Bootsgeschwindigkeit von mehr als 30 Knoten (60 km/h) flog der Tri geradezu über die Wellen.

„Bis zum Äquator dürfte es ein schneller Ritt werden“, prophezeit Boris Herrmann, „und die Einhandsegler der Vendée Globe sind vor wenigen Tagen ziemlich zügig durch die Flautenzone im Kalmengürtel gekommen.“ Das hat der geborene Oldenburger aufmerksam beobachtet. Schließlich will er in vier Jahren als erster Deutscher selbst dabei sein. Die Vorbereitungen seines Teams Malizia vom Yacht Club de Monaco mit seinem Freund und Segelpartner Pierre Casiraghi laufen bereits.

Doch jetzt steht erstmal allein die Jules Verne Trophy für den Hochseerecken im Mittelpunkt. Es ist bereits seine vierte Weltregatta. 2009 siegte er mit Felix Oehme über Etappen beim Portimão Global Ocean Race. 2011 wurde Herrmann beim Barcelona World Race nonstop um die Welt mit dem US-Amerikaner Ryan Breymeier Fünfter. 2017 will der Hamburger als Weltrekordler angehen.

 

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