Die Entdeckung der vorweihnachtlichen Langsamkeit

Eiserne

Konstanz, 28.11.2016 von Kerstin Hahn

Eigentlich auf winterliche Verhältnisse vorbereitet, trafen sich am Samstagmorgen rund 1000 Segler zur Steuermannsbesprechung für die bevorstehende Eiserne Regatta. Wegen dem Hochnebel und der absoluten Windstille über dem Trichter wurden schon beim Auslaufen Schleppverbände benötigt.

Zur Startzeit gegen 12 Uhr allerdings wurden Päckchen gebildet, Teebecher und Snacks hin-und hergereicht und Storys vergangener ‚Eiserner‘ ausgetauscht. Irgendwann dümpelten viele Schiffe ziellos in der Bucht.

Mit dem drehenden äußerst schwachen Wind hatten Regattaleiter Matthias Hagner und sein Team echt schwierige Bedingungen. „Der erste Start musste abgebrochen werden, da in der Vorbereitung der Wind um 180° drehte und dann komplett weg war. Wir waren froh, dass wir gegen 13.15 Uhr endlich ein kleines Windfenster nutzen konnten, um die Regatta noch zu starten und beschlossen sie mit einer Bahnverkürzung zu Ende zu führen. Denn lieber nur zwei Schenkel gesegelt und ein Zieldurchlauf mit Wertung, als gar keine Ergebnisse.“

Nachdem der Start beim zweiten Anlauf glückte, bewegte sich das Feld in unendlicher Langsamkeit über die Konstanzer Bucht. Zusätzlich brachte die spontane Bahnabkürzung noch einmal Unruhe ins Feld, denn nach der ersten Wendemarke und dem Spi-Manöver war Einigen nicht so schnell klar, wohin die Ziellinie nun verlegt wird. So steuerten die Segler, die sich nach dem Start in den Trichter hinein an die Spitze setzen konnten, zunächst Bottighofen an, bevor sie bemerkten, dass die Ziellinie weiter drinnen etwa auf Höhe Seeburg ausgelegt wird. Richtig in Eile kam deshalb das Zuschauerboot, das via Funk von der Regattaleitung um möglichst schnellen Platzwechsel gebeten wurde, da es ausgerecht neben der Boje auf Beobachtungsposten lag, die entsprechend des kurzen Kurses zur Ziellinie auserkoren wurde.

Trotz der neuen Bahnlänge von rund 2 km erreichten die meisten erst gegen 15 Uhr- also nach 2 Stunden, die Ziellinie. Sozusagen die Entdeckung der Langsamkeit im Konstanzer Trichter – oder Entschleunigung in der Vorweihnachtszeit! Als Schnellster ging Ralph Schatz nach nur 41,32 Minuten mit seiner Nila-Ann, einer CR 950, über die Ziellinie.

Mit seiner berechneten Zeit von 0:50,02h wurde er nicht nur Gesamtsieger der Eisernen, sondern kassierte auch den Pokal seiner Yardstickklasse. Damit ist Schatz im Regattajahr 2016 Sieger der zwei größten Segelevents auf dem Bodensee, denn obwohl er bei der Rundum eine andere Bootsklasse segelte, gewann er im Sommer gegen eine noch größere Konkurrenz auch diese Langstreckenregatta. 

Khan 

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