Deutsch-britisches Happy End nach Fotofinisch

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11.12.2017 von IBN

im Finale der Star Sailors League 2017: Paul Goodison und Frithjof Kleen siegen
Das Finale der Star Sailors League 2017 hätte spannender nicht verlaufen können. Es gewannen mit zwei Fotofinish-Siegen im Halbfinale und im Finale der britische Laser-Olympiasieger Paul Goodison und sein Berliner Vorschoter und Starboot-Weltmeister Frithjof Kleen. Sie konnten Doppel-Olympiasieger Robert Scheidt mit Henry Boening aus Brasilien und die amerikanischen Titelverteidiger Mark Mendelblatt mit Brian Fatih auf die Plätze zwei und drei verwiesen. Vierte wurden im Finale die Franzosen Xavier Rohart und Pierre-Alexis Ponsot. 

Am letzten Tag der fünften Auflage dieser herausragend besetzten fünftägigen Champions-Regatta im Traumrevier der Bahamas vor Nassau waren noch drei deutsche Segler im Spiel: Als Neu-Einsteiger war Laser-Vize-Weltmeister Philipp Buhl aus Sonthofen nach grandioser Woche mit seinem erfahrenen Vorschoter Markus Koy aus Hamburg ins Viertelfinale gestartet. Auch Frithjof Kleen war mit Motten-Doppelweltmeister Paul Goodison mit von der Partie. Beide Teams konnten sich im Viertelfinale durchsetzen und erreichten den Halbfinallauf. Hier kam es zum dramatischen Ziel-Duell zwischen der rein deutschen Crew vom Norddeutschen Regatta Verein und ihrem Landsmann Frithjof Kleen vom Verein Seglerhaus am Wannsee mit Paul Goodison. Am Ende gab dessen Erfahrung und gute Positionierung den glücklichen Ausschlag im Kampf um den letzten freien Platz im Finale: Goodison/Kleen erreichten die Ziellinie mit zwei Sekunden Vorsprung vor dem Boot mit der deutschen Flagge auf dem Heck.

Im Finale konnten sich Kleen/Goodison weiter steigern. Sie setzten sich früh an die Spitze des Feldes und gaben diese Führung nicht mehr ab, obwohl Scheidt/Boening das deutsch-britische Duo auf der Zielgeraden mit einem unwiderstehlichen Vorwind-Gang heftig attackierten. Auf der Ziellinie fehlte dem fünfmaligen olympischen Medaillengewinner Robert Scheidt nur eine Sekunde zum Sieg, über den stattdessen Goodison und Kleen mit wehenden Nationalflaggen jubelten und sich in die Arme fielen.

Paul Goodison ist der erste Nicht-Starbootsegler, der diese mit Stars gespickte Regatta gewinnen konnte. Er bedankte sich bei seinem deutschen Vorschoter und Starboot-Lehrmeister: „Frithjof hat einen Riesenjob gemacht. Er war mein Mentor!“ Für den Sieg wurden Kleen und Goodison mit einem Preisgeld von 40.000 US-Dollar belohnt.

Auch Philipp Buhl und Markus Koy zogen trotz des so knapp verpassten Finaleinzuges versöhnlich und begeistert Bilanz. Buhl, mit 27 Jahren der mit Abstand jüngste Teilnehmer in der erlesenen Finalflotte der besten zehn Teams, sagte: „Ich bin sehr dankbar für die Chance, dass ich hier teilnehmen durfte. Der Wettkampf und die Begegnungen mit den vielen herausragenden Seglern haben mich sehr inspiriert. Vor allem die Worte von Volvo-Ocean-Race-Gewinner Paul Cayard, der bei der Auftaktpressekonferenz sehr bewegend davon gesprochen hat, wie viel harte Arbeit, Leidenschaft und Hingabe notwendig sind, um solche Leistungen wie die eines Robert Scheidt oder einem der vielen anderen so erfolgreichen Leute hier zu erreichen.“ 

Buhl, den Doppel-Olympiasiegerin und Co-Kommentatorin Shirley Robertson als „brilliant“ beschrieb, nimmt von seiner ersten, so gelungenen Finalteilnahme bei der Star Sailors League auch vieles für seine olympische Laserkampagne 2020 mit: „Unsere guten Starts in einem solchen Feld geben mir viel Selbstbewusstsein. Und ich habe meine Hängetechnik gut trainieren können, die sich 1:1 im Laser umsetzen lässt. Dazu habe ich einige neue taktische Erfahrungen gesammelt.“ Mit ihrem starken Auftritt im Kreis der internationalen Segelprominenz verdienten sich Philipp Buhl und Markus Koy als Fünfte eine Siegprämie von 15.000 US-Dollar. Der Finaltag endete mit einem Gala-Dinner im gastgebenden Nassau Yacht Club und der anschließenden Party im Casino von Nassau.