Niedrigwasser schadet dem Bodensee nicht
Weinfelden, 11.05.2011 von IBN
Doch da es in diesem Jahr seit Januar nicht mehr richtig geregnet hat, kann die ohnehin geringe Schneeschmelze das Wasserdefizit nicht ausgleichen. Daher liegen derzeit weite Uferteile trocken. Der Steg in Langenargen ist für die Schiffe der Weißen Flotte nicht mehr erreichbar, in Romanshorn hat die Fähre aus Friedrichshafen Schwierigkeiten beim Anlegen.
Dem See selbst schadet der niedrige Wasserstand allerdings nicht. Wie Gerd Schröder vom Seenforschungsinstitut in Langenargen berichtete, kämen die Lebensgemeinschaften an dem über weite Strecken recht breiten Ufersaum gut mit den derzeitigen Verhältnissen zurecht – langfristige Auswirkungen seien nicht zu erwarten. Auch die Bodensee-Wasserversorgung hält die Lage nicht für kritisch: Selbst bei niedrigem Wasserstand würde sich die Wasserentnahme aus dem See nicht auswirken. Für die Freizeitschifffahrt, aber auch für die Weiße Flotte drohen jedoch weitere Einschränkungen, sollte die derzeitige ungewöhnliche Trockenheit anhalten.
Erfreulich ist andererseits die Entwicklung des Sauerstoffgehalts im Bodensee. Im gesamten Jahr 2010 war die Konzentration dieses lebenswichtigen Gases in 200 bis 254 Meter Tiefe so hoch wie noch nie seit Beginn der regelmäßigen Untersuchungen Anfang der 1960er Jahre. Dies ist unter anderem auf die konsequenten Reinhaltemaßnahmen in den vergangenen Jahrzehnten zurückzuführen.
