Richtig festmachen in der Box

23.10.2010 von IBN

Ein Boot richtig festzumachen, scheint nicht immer so einfach zu sein, den Eindruck gewinnt man jedenfalls, wenn man sich in den Häfen umschaut. Da sieht man alles, angefangen vom abenteuerlichen Knoten bis hin bis zum wildesten Leinensalat

Geht man einen der langen Stege entlang, an denen rechts und links dutzende von Booten liegen, dann stolpert man häufig über mehr oder weniger große Leinenhaufen. Regel Nr. 1: Die Reste der Leinen gehören nicht auf den Steg. Denn grundsätzlich gilt, dicht geholt wird auf dem Boot, so dass die überschüssige Leine auch dort sauber aufgeschossen werden kann. Das hat zudem den Vorteil, dass man die Leine von Bord aus jederzeit verändern kann, wenn dies notwendig ist.

Festmachen an Auslegern
Ein Problem für viele Bootseigner scheint immer wieder das Festmachen an Schwimmstegen mit Auslegern (z.B. Güttingen) zu sein. Hier sieht man die abenteuerlichsten Varianten. Grundsätzlich braucht man dafür vier Leinen, zwei für den Bug und die anderen zwei am Ausleger, die als Spring vor und achtern dienen. Tipp: Einfach die Hafenlieger anschauen und schon liegt man richtig.

Längsseits richtig fest
Eine weitere Variante ist das Längsseitsgehen, das gelegentlich zu Problemen führt. Hier braucht man ebenfalls mindestens drei, besser vier Leinen, um das Boot festzumachen: Vorleine, Heckleine, Vor- und Achterspring. Nur ein Boot, das mit einer Spring festgemacht ist, liegt längsseits richtig, denn die Spring verhindert, dass sich das Boot unkontrolliert nach vorne und hinten bewegt. Richtig eingestellt, liegt das Boot dann auch genau auf den Fendern.

Wenn das Boot in der Box übersteht
Und was tut man, wenn das Boot in einer Box hinten übersteht? Auch das lässt sich nicht immer vermeiden. Hier wird wieder eine Spring eingesetzt, die verhindert, dass das Boot unkontrolliert auf den Steg läuft.

Thema Klampen: Mindestens vier sollten es sein, bei größeren Booten sind sechs Klampen besser. Man sollte vermeiden, auf abenteuerlichste Weise zigfach Schläge kreuz und quer auf die Klampe zu packen. Das muss nicht sein, denn es geht ganz einfach mit einem Kopfschlag. Wichtigste Regel: Das lose Ende muss untergeschlagen werden, so dass es parallel zum Kreuzschlag läuft. Das hält und geht einfach wieder auf, der Rest der Leine wird aufgeschossen (rechtshändig geschlagenes im Uhrzeigersinn).

Festmachen an Dalben: Palstek vermeiden - Inzwischen bürgert sich auch am Bodensee immer mehr die Ostsee-Unsitte ein, vor dem Anlegen einen Palstek zu stecken und ihn dann einfach über den Dalben zu werfen. Das kann man tun, hat aber zwei Nachteile: Einmal rutscht der Palstek am Dalben mit der Zeit immer tiefer und wenn er sich nirgends verfängt, hängt er irgendwann einen Meter unter der Wasseroberfläche. Beim Ablegen kommt man dann nur noch mit einem Bootshaken an die Leine, was das Ablegen nicht einfacher macht. Oder er legt sich über die Leinen der Nachbarboote und zieht diese sowohl nach unten als auch stramm. Will der Bootsnachbar jetzt sein Boot an den Steg ziehen, um es zu betreten, geht das nicht mehr, weil der Palstek seine achteren Festmacher eingekürzt hat. Am besten ist daher ein Webeleinenstek, den man mit einem oder zwei halben Schlägen sichert und wer ganz sicher sein will, kann anschliessend noch ein Palsteck einziehen. Der Webeleinenstek sollte nicht viel höher wie die Klampe am Dalben festgemacht sein, sonst bekommt man einen steilen und ungünstigen Zugwinkel steil nach oben: Also ist bücken angesagt. Alternativ helfen mehrere Rundtörns und zwei halbe Schläge.

Muss es einmal schnell gehen, weil der Wind z. B. stark von hinten auf die Box schiebt oder von der Seite kommt und das Boot sonst abtreiben würde, dann kann man zunächst mit einem Palstek arbeiten, um das Boot abzustoppen und provisorisch festzumachen. Ist man dann in der Box sicher fest, kann man es jeweils an die Dalben verholen und den Palstek in aller Ruhe gegen einen Webeleinenstek austauschen.

Wie sollten die Leinen aussehen?
Als Festmacher verwendet man am besten geschlagenes Tauwerk. Das hat den Vorteil, dass es im Gegensatz zum Tauwerk für Strecker und Fallen, die möglichst reckarm sind, eine gewisse Elastizität hat und starke Rucke abfedert. Ein absolut reckarmes Dyneemafall dagegen überträgt den Ruck, den z. B. der Schwell eines vorbeifahrenden Motorschiffes erzeugt, voll auf die Festmacherklampen und durch die Schockbelastung kann die Leine sogar reißen oder die Klampe aus dem Deck brechen. Also: Ausgediente Fallen sind keine idealen Festmacher.

Habt Ihr ein Foto zu diesem Beitrag?

Habt Ihr evtl. ein Foto zu diesem Beitrag, damit man sich besser vorstellen kann, wie das Ganze letztendlich aussieht? Ich kann mir momentan nicht vorstellen, wie man den Webeleinenstek über die Dalbe bekommt, die ja oft ~1m vom Boot entfernt steht.
Gerd Fischer am 24.06.2012 10:26:03

Antwort auf Habt Ihr ein Foto zu diesem Beitrag?

Sehr geehrter Herr Fischer,
es geht nicht darum, den Webleinstek als Mastwurf über den Pfahl zu legen, sondern darum, diesen direkt um den Pfahl zu schlagen. Der Webleinstek rutscht, im Gegensatz zum Palstek, nicht am Pfahl herunter.
IBN Redaktion am 25.06.2012 12:13:26
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