Kiel gefiel

Überlingen, 18.09.2018 von IBN

Vergangenes Wochenende segelten wir vom 14.-16. September auf dem fünften und damit dem vorletzten Bundesliga-Spieltag der Saison 2018. Wir haben dieses Jahr bisher eine solide Leistung gezeigt und so bot sich auf der Kieler Innenförde die Möglichkeit, für eine gute Ausgangslage im Hinblick auf das Gesamtergebnis 2018 zu sorgen.

An den vorherigen Wochenenden hatten wir aufgrund schlechter Windprognosen im Süden und einem begrenztem Team-Budget leider nicht trainieren können. Doch für Kiel war guter Wind vorhergesagt. Wir waren entsprechend scharf darauf auf die J/70 zu steigen und anzugreifen. "Wir" hieß für diesen Spieltag Steuermann Michael Zittlau, Taktiker Jan Fritze, Vorschoter Sven Heßberger und Vorschiffsmann Aaron Scherr. Um uns einzuspielen haben wir uns einen Tag vorher eine J/70 zum Trainieren gechartert. Das Einspielen hat nach einigen Wenden, Halsen und Genacker-Manövern auch gut geklappt, nicht zuletzt weil wir alle inzwischen schon einige Male auf unserer Position segelten. Sehr wertvoll an dem Training war darüber hinaus, dass wir bereits die Windbedingungen testen konnten. Diese sollten an den folgenden Tagen sehr ähnlich sein. So waren wir trotz vergleichsweise geringer Vorbereitungszeit einsatzbereit und hochmotiviert für die nächsten drei Tage.

Die Bedingungen waren wie so oft in der Bundesliga sehr trickreich: Die umgebende Bebauung sowie Fähr- und Kreuzfahrtschiffe sorgten auf der Kieler Innenförde für Windböen und -dreher, die von vielen Seiten kommen konnten. Diese waren sehr spät auf dem Wasser zu erkennen, jedoch mit einem gewissen Muster, um sie in die Strategie miteinzubeziehen. Dadurch, dass die Windfelder schnell wanderten, und die Seite immer wieder wechselten, ergab sich eine besonders hohe Dynamik. Oder anders übersetzt: Wir waren nach den Rennen immer fix und fertig mit den Nerven!

Diesem Windmuster sollte auf dem Regattakurs eine außerordentliche Bedeutung zukommen. Die Entscheidung unseren Fokus auf die Großraumtaktik zu legen, um die Böen und Dreher auszusegeln, zahlte sich am Ende aus. Aber auch im direkten Positionskampf hatten wir ein gutes Gefühl für die Feldtaktik. Insgesamt konnten wir an den drei Tagen eine sehr konstante Leistung abrufen. In einigen Rennen gelang uns mit ein paar taktischen Finessen auch das ein oder andere Kunststück, welches gepaart mit einem tollen Bootsspeed auch für viel Spaß und Jubel an Bord gesorgt hatte.

Mit einem 6. Platz und damit dem bisher besten Ergebnis der Saison sind wir sehr zufrieden. In der Gesamtrangliste klettern wir damit auf Platz 8.

Gewonnen hat der Bayerische Yacht Club, dicht gefolgt vom Verein Seglerhaus am Wannsee und dem Klub am Rupenhorn.

Vom 18.-20. Oktober erwartet uns dann Hamburg mit dem großen Finale. Wir können es jetzt schon kaum erwarten!

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