Viel Bruch

achter

GLüCKSBURG, 01.07.2011 von IBN

Eine kräftige Brise und Böen bis an die Grenze des Segelbaren bestimmten am Donnerstag (30. Juni) den zweiten Tag der Rolex Baltic Week auf der Flensburger Förde.

 In Windstößen bis zu 28 Knoten, das ist Stärke sechs bis sieben, hielten nicht alle Crews und Yachten der Robbe & Berking Weltmeisterschaften in der 8mR- und 12mR-Klasse den Belastungen stand. Am härtesten erwischte es den Achter „Svanevit“ von Karsten Niehus aus Köln, bei dem zuerst das Achterstag und in der Folge der Mast brach. Weitere Materialschäden und Segelverluste sorgten zudem für Gesprächsstoff im Hafen. Auch sportlich gab es reichlich Diskussionen, die bis in den Abend bei einigen Protestverhandlungen fortgesetzt wurden. An der Spitze des Zwölfer-Feldes behauptete sich mit zwei zweiten Rängen die dänischen „Vanity V“ von Patrick Howaldt vor Wilfried Beecks „Trivia“ aus Kiel. Bei den Achtern setzte die „Hollandia“ von Ruud van Hilst und Jos Fruytier (Niederlande) ihre eindrucksvolle Erfolgsserie fort.

Die norwegische „Vema III“ zog es vor, nach einer Wettfahrt in den Hafen zu fahren, da die junge gemischte Crew noch unerfahren ist. Zudem wollte man den historischen Holzmast nicht zu sehr belasten. Auch die „Evaine“ aus Kiel machte frühzeitig im Hafen fest. Die Crew um Skipper Georg Kierspel hatte den Spinnaker verloren, dessen Schot sich auch noch in der Schraube eines Motorboots verfing, das ein Stück mitgezogen wurde, was eine heftige Konfusion auf dem Wasser auslöste. Der Spi musste am Fall gekappt und von einem anderen Motorboot geborgen werden.

Viel Arbeit gab es auch auf den kleineren Achtern. Auf der „Gefion“ brach in einer Halse das Backbord-Backstag. „Wir mussten sehr schnell reagieren, um nicht auch noch den Mast zu verlieren. Jetzt müssen wir sehen, ob wir die WM noch weitersegeln können. Die Bedingungen sollen leider ja nicht besser werden“, sagte Steuermann Ronald Palm (USA). Für Freitag und Sonnabend wurden noch heftigere Böen vorhergesagt. Noch viel schlimmer traf es die „Svanevit“, für die die WM definitiv beendet ist. „Auf Vorwindkurs ist uns das Achterstag gebrochen, das hat der Mast nicht ausgehalten“, berichtete Eigner Karsten Niehus.

Ganz in ihrem Element war dagegen die „Raven“ von Richard Self und Mark Decelles. Die Crew der kanadischen Yacht hatte sich zur Rolex Baltic Week kräftige Winde gewünscht und steuerte das Schiff nun trotz dessen hohen Alters von 73 Jahren zu einem dritten und einem vierten Rang. Das Schiff arbeite wie die Mannschaft einwandfrei, hieß es aus dem Team. Damit hat die „Raven“ lediglich drei Achter nach moderner Bauart vor sich.

Ganz vorn beeindruckt die „Hollandia“, die unter den Experten bisher vor allem als Leichtwind-Schiff bekannt war, nun aber auch im starken Wind des zweiten Tages einen Tagessieg und einen zweiten Platz einfuhr. „In der Vergangenheit hatten wir bei viel Wind einige Probleme mit dem Material. Jetzt lief alles einwandfrei. Außerdem haben wir flachere Segel gefahren und etwas umgetrimmt, damit waren wir sehr schnell unterwegs“, freute sich Steuermann Tim van Rootselaar. Die „Hollandia“ hat bereits 2005 den WM-Titel eingefahren und hat sich nun erneut in die Favoritenrolle vor der „Lafayette“ von Murdoch McKillop (Großbritannien) und der „YQuem II“ von Jean Fabre (Schweiz) geschoben.


Zwischenstand nach vier Wettfahrten

Robbe & Berking 12mR Weltmeisterschaft
Platz. Bootsname, Eigner-Steuermann (Herkunft), R1-R2-R3-R4, Gesamtpunktzahl
1. Vanity V, Patrick Howaldt (Dänemark), 1-1-2-2, 6
2. Trivia, Wilfried Beeck (Hamburg), 3-2-1-3, 9
3. Sphinx, Gorm Gondesen/Jochen Frank (Flensburg), 2-3-4-1, 10
4. Anitra, Josef Martin (Radolfzell), 4-4-3-4, 15
5. Vema III, Eric Svenkerud (Norwegen), 6-5-5-DNF, 27
6. Erna Signe, Einar Sissner (Norwegen), 7-7-7-6, 27

Robbe & Berking 8mR Weltmeisterschaft
1. Hollandia, Ruud van Hilst/Jos Fruytier (Niederlande), 1-1-1-2, 5
2. Lafayette, Murdoch McKillop (Großbritannien), 2-4-2-1, 9
3. YQuem II, Jean Fabre (Schweiz), 3-2-4-3, 12
4. Raven, Richard Self/Mark Decelles (Kanada), 5-3-3-4, 15
5. Catina VI, Fred Meyer (Schweiz), 7-7-9-6, 29
6. Sagitta, Timo Saalasti (Finnland), 11-12-8-5, 36
7. Feo, Hans-Peter Strepp (Heikendorf), 9-14-7-7, 37

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