Vom klassischen Holzboot zum Racer aus Kohlefasern

inteboot

Friedrichshafen, 10.09.2011 von IBN

Fast nur klassische Holzboote haben die 94 Aussteller auf der ersten INTERBOOT im Jahr 1962 präsentiert. Die Entwicklung im gesamten Bereich des Wassersports spiegelte sich fortan auf der INTERBOOT.


Auch heute noch bietet die internationale Wassersportausstellung in Friedrichshafen einen Blick auf die Innovationen für die kommende Saison. Wer auf der 50. INTERBOOT von Samstag, 17. bis Sonntag, 25. September 2011, ein Boot bestellt, kann damit 2012 aufs Wasser.

Die Linien der klassischen Holzboote, die auf der ersten INTERBOOT 1962 ausgestellt wurden, bezeichnet man heute als klassisch, erinnert sich der 92-jährige Rudolf Hoffschild. Er war 32 Jahre lang Geschäftsführer der Vereinigung der Bodenseewerften und hatte die erste Bootsmesse am Bodensee als Mitarbeiter der Werft- und Hafenanlage Schloss Kirchberg besucht. Die Vereinigung der Bodenseewerften wurde 1976 gegründet. Unter anderem auch deshalb, weil sich absolute Boomjahre im Wassersport abzeichneten.

Auch die INTERBOOT hatte damals zu diesem rasanten Wachstum beigetragen. Sie war die erste große Bootsaustellung in Deutschland im Herbst – und fand zu einem Zeitpunkt statt, der sich dem Arbeitsrhythmus der Werften perfekt anpasste: Wer auf der Messe ein Boot bestellte, konnte damit in der nächsten Saison aufs Wasser.

Die INTERBOOT mit immer mehr Ausstellern aus Deutschland, Europa und Übersee war nicht nur ein Spiegelbild des steigenden Interesses am Wassersport in Deutschland, sondern präsentierte immer schon als Trendsetter die neuesten Entwicklungen. So wurden Holzboote und -yachten in den 1960er Jahren von Booten aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) verdrängt. Es war so etwas wie eine Revolution im Bootsbau, denn die GFK-Bauweise ermöglichte einen kostengünstigen Serienbau. Ein Segel- oder ein Motorboot zu haben, wurde dadurch für viele erschwinglich.

Nicht nur die Bauweise der Boote und Yachten veränderte sich, es gab auch einen Schub in der technischen Entwicklung. Hydrodynamische Unterwasserschiffe, Aluminiummasten und Segel aus pflegeleichten Kunststofffasern kamen auf den Markt. Neue PS-starke Außenbordmotoren und pflegeleichte Rümpfe und Aufbauten sorgten bei Motorbooten für eine bis dahin nie erreichte Nachfrage.

Für eine weitere Revolution im Bootsbau sorgte ab 1978 der Franke Winfried Herrmann, der eine Kunststofffensterfabrik in die effizienteste Bootswerft der Welt umwandelte. In der Bavaria Yachtbau GmbH in Giebelstadt werden bis heute preisgünstige GFK-Segel- und Motoryachten am Fließband gebaut.

Die Entwicklungen der Bootskonstruktion und des Bootsbaumaterials gehen ständig weiter. Mittlerweile sorgen Computerprogramme für besonders hydrodynamische Rümpfe sowie Kiel- und Ruderformen. GFK wird langsam von leichteren Sandwichmaterialien mit Kohlefasern abgelöst. Hochfeste Kohlefasermasten ersetzen Aluminiumprofile und moderne Yachtsegel bestehen aus laminierten Folien. Motor- und Segelyachten werden mit modernen leistungsstarken, aber sparsamen Dieselmotoren bestückt und teilweise als Hybridfahrzeuge angeboten.

Die technischen Entwicklungen der Boote und Yachten in den vergangenen 50 Jahren erfolgte in Riesensprüngen. Gleichzeitig kamen und kommen auch die Freunde klassischer Boote- und Yachten auf dem Friedrichshafener Messegelände auf ihre Kosten. Viele Bodenseewerften, die zu den Stammkunden der Ausstellung gehören, haben sich auf den Bau der schönen Klassiker spezialisiert.

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