Nicht alle Wünsche erfüllt

Immer was los

Friedrichshafen, 01.10.2011 von Hans-Dieter Möhlhenrich

Die 50.ste Interboot ist Geschichte. Mit 92700 Besuchern sowie 511 Ausstellern war es keine Rekordmesse, zumal manche Fläche ohne ihren angestammten Aussteller blieb.

Sie haben der Messe den Rücken gekehrt. So ist der Lauf der Welt, dafür werden andere kommen. Trotz allem: Es war eine Ausstellung mit durchaus vielen positiven Aspekten und mit dem richtigen Produkt waren auch Geschäfte zu machen. Mehr war nicht zu erwarten.

Es fehlt die Vielfalt, war von den Besuchern immer wieder zu hören, wir finden keine Boote für den Bodensee, wurde geklagt und die Jollen fehlen. Dafür kann die Messe wenig, längst haben sich die großen Werften anders orientiert und viele kleinere sind verschwunden. Zudem wünscht der Markt breite Schüsseln mit Wohnkomfort und für Jollen ist der Bodensee seit Jahrzehnten kein ernsthaftes Segelrevier. Überwiegend sind die Segler am Bodensee halt „Dickschiffsegler“ und steigen kaum auf die Jolle. Man darf sich also nicht wundern.

Trotzdem, es gab das einige interessante Boote, die gut für den Bodensee taugen: hochwertiges aus Dänemark oder kleine Kielboote, die häufig aus Polen oder Ungarn stammen und den Geldbeutel nicht überstrapazieren. Gute Bauqualität zum angemessenen Preis mit brauchbaren Segeleigenschaften. Aber auch die Werften am See boten bodenseetaugliches in guter Qualität: die kleine W 27 der Wagner Werft oder z. B. die 990 der Beck Werft von der Reichenau. Bodenseeboote in kleiner Serie.

Ebenso vielfach ausgestellt: einfache, aber schicke kleine Motorboote, an die man einen Aussenborder hängt. Das macht sie durchwegs preisgünstig und meist trailerbar.

Vor allem das erste Wochenende war gut besucht. „Sehleute“ mockieren sich manche Aussteller über die Besucherflut, die da durch die Hallen fließt. Doch längst sind die Zeiten vorbei, als man 50 Euro und mehr für die Familie locker machte, nur um den Duft der großen weiten Wassersportwelt mit der Familie zu schnuppern. Wer auf die Messe kommt, den lockt zumindest irgendwie der See und der Wassersport.

Marktforschungen zeigen allen Unkenrufen zum Trotz, dass ein riesiges Potential an Möchtegern-Wassersportlern besteht, das man ausschöpfen muss. Auf der Interboot haben diese potentiellen Neueinsteiger die Möglichkeit, den Einstieg zu schaffen, wenn man den Virus an sie weiter trägt. Man muss die Einstiegswilligen locken und richtig beraten. Ein Bereich der sich sicher ausbauen läßt und ausgebaut werden muss.



Segelt die Interboot an den Interessen der Segler vorbei?

Die Messeleitung der Interboot sollte sich einmal regionale Bootsmessen wie beispielsweise "Boot&Fun in Berlin, Beach&Boot in Leipzig usw. anschauen und die dort gewonnenen Erkenntnisse in ein neues Ausstellungskonzept (das seit Jahrzehnten gleich geblieben ist) einbringen.
Zu fragen wäre auch: warum veranstalten immer mehr Boothändler eigene Messen?
Claudius Städele am 04.03.2012 19:42:12

Mangelnde Vielfalt

Jahr für Jahr fällt auf, dass wieder eine Marke nicht mehr an der Interboot zu finden ist. Zubehörstände werden weniger. Der Bodensee-Skipper sucht nicht Hochseeschiffe, sondern etwas für "sein" Revier. Was, wenn diese treuen Stammkunden nicht mehr kommen?

Liegt das an den Standpreisen?
Michael Niederer am 28.10.2011 08:27:15
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