Melderekord bei der Eisernen

Bilder der Regatta der Eisernen

01.12.2010 von Kerstin Hahn

253 Meldungen und mit 19 Gruppen so viel Klassen wie noch nie. Zum ersten Mal dabei Charterboote der Bavaria 30 Cruiser Klasse. Die Bavaria Match 35 startet mit 8 Booten als eigene Klasse und auch die 29er haben mit fünf Startern eine eigene Wertung als Klasse erreicht. Besonders stark vertreten in diesem Jahr Sport – und Fun Boote, sowie die schnellen Auslegerboote 18 Footer, Musto- Skiff etc.. Mit einer Yardstickzahl von 48 als schnellstes Boot im Feld ein Ventilo 28, ein 8,5m Katamaran, gesteuert von Ralph Schatz.

Diesem immer größer werdenden Feld der Racer Rechnung tragend legte Wettfahrtleiter Matthias Hagner als Neuerung für die Yardstickklasse 48 bis 92 eine zusätzliche Entzerrungs-Boje für eine größere Runde aus. (außer für Jugendliche Jollensegler) „Bei dem guten Wind heute, werden die 50 Prozent mehr Strecke segeln, das macht das Feeling für die Geschwindigkeit und den Zieleinlauf etwas ausgeglichener, für diese Gruppe gibt es dann natürlich auch eine eigene Wertung“, erläuterte Hagner die Änderungen. Das heißt die Racer von 48 bis 92 Yardstick starten in der ersten Gruppe zusammen mit den Yachten bis 98 Yardstick haben aber eine extra lange Strecke. In der zweiten Startgruppe sind wie bisher alle anderen Boote von 99 bis 120 Yardstick zusammengefasst. Je nach Meldeliste will man in künftigen Jahren diese Änderung beibehalten, die von den Seglern als sehr positiv aufgenommen wurde. Am Start selbst zwei Grad über Null, blauer Himmel und 4 Bft. aus Nordost. Dazu, durch die in der Konstanzer Bucht eher unüblich hohen Wellen, eisiges Spritzwasser und viel Feuchtigkeit für die Jollen und Sportboote. Noch vor dem Start kenterten zwei Jollen, konnten sich aber selbst wieder aufrichten. Zehn Begleitboote mit drei Regattaärzten waren mit auf der Bahn, doch zu retten gab es zum Glück nur ein paar Ausrüstungsgegenstände und später einen heruntergefallenen Segelsack. Den Versatz durch Wind und Wellen falsch einschätzend vor der Startlinie und nach dem Startschuss weiter dichtes Gerangel. Hektik und Raumrufe, Berührungen und Kringel, im Getümmel ein bedauerlicher Zwischenfall. Eine Hand wird gequetscht, die im Krankenhaus nachversorgt werden muss. Zum Glück nix Ernstes, nur die Bestätigung der Regel, dass Extremitäten außerbords nichts zu suchen haben. Viele versuchen den Wellen ein wenig auszuweichen, und wählen ihre Route entlang dem Schweizer Uferstreifen bevor sie zum Spikurs in den Trichter hineinwenden müssen. Das hat eine hohe Bootsdichte auf engem Kurs zur Folge, der konzentriertes Segeln erfordert. Die aggressive Hektik im Feld entspannte sich erst, als sich die Racer mit ihren Auslegern auf der langen Bahn entfernten und für die anderen die Wendebereiche und Taktikschläge der Bootsnachbarn wieder kalkulierbarer wurden. Trotz Entzerrungstonne und langer Bahn passierte Ralph Schatz mit seinem gelben Cat, als Erster alle Bojen und segelte unangefochten nach 36:04 Minuten durchs Ziel, während sich hinter ihm im Duell die Brüder Lange und Andreas Lutz mit seinem Eagle 18 HT Kat mehrfach unterwegs den Rang abnahmen. Mit nur 52 Sekunden Vorsprung quert schließlich Andreas Lutz als Zweiter der Racergruppe die Linie.  Auf der „normalen Bahn“ ging Lutz Lang mit seiner J-Jolle nach 44:58 Minuten als Erster durchs Ziel, dicht gefolgt von Stephan Müller und  Christian Lang. Nachdem der Wind etwas abflaute und sich die Wellen glätteten zog sich das Feld unter Spinnaker weit auseinander. Nur acht Segler benötigten länger als zwei Stunden, der Letzte 2: 39.05h,  weshalb die Eiserne 2010 trotzdem zu den schnellen Regatten ihrer Statistik  gehört. Insgesamt 16 Boote brachen das Rennen ab. Nachdem alle Zeiten entsprechend ihres Yardstick Handicups berechnet waren, fand am Sonntagvormittag die Siegerehrung im Konzil statt.Tim und Tom Lange, Vorjahressieger und inzwischen Mitglieder des Audi Sailing Team Germany waren extra aus Kiel angereist um ihren Titel zu verteidigen, und strahlen nun um die Wette in ihrer Freude darüber, dass es tatsächlich geklappt hat und sich der Aufwand gelohnt hat. Seit einem Jahr trainieren Beide im Leistungszentrum Kiel und kämpfen sich durch die Nordseewellen, nahmen dieses Jahr mit ihrem 49er an der Europameisterschaft in Polen, an der Deutschen Meisterschaft am Ammersee und an den Meisterschaften in Mallorca, Holland, dem englischen Weymoth teil. „Aber die härteste Regatta des Jahres, und eigentlich in meinem bisherigen Leben,  war jetzt hier in Konstanz.  Auf dem Spikurs sind mir fast die Finger abgefroren einfach nur ätzend“, beschreibt Tom Lange nochmal seine Eindrücke von der diesjährigen Eisernen, bevor sie samt Pokal nach Kiel zurückfuhren. Den Pokal für den Gesamtsieg errangen wieder Tim und Tom Lange, DSMC und Audi Sailing Team Germany, die damit ihren Vorjahrestitel erfolgreich verteidigten. Weitere Ergebnisse siehe Kästchen. Um den seit einigen Jahren ausgelobten Sonderpreis für das am schönsten geschmückteste Boot zu ergattern, legten sich Crews mit Hawai Palme am Heck, Bastrock oder Seehasenkostümen mächtig ins Zeug, konnten gegen das selbstgebastelte Rentier am Bug, der Halleluja die mit zwei Tannenbäumchen und in Engelskostümen segelte jedoch nicht punkten, so dass der Sonderpreis dieses Jahr im DSMC blieb.
Ergebnisee: www.dsmc.de

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Fische gefüttert (IBN) Neben einer Kollission zwischen einem 420-er und einem H-Boot fielen bei der Regatta der Eisernen vor allem die anwesenden Fernsehjournalisten durch verstärkten Ausfall auf. Nachdem der DSMC den anwesenden Pressevertretern etwas Besonderes bieten wollte und sie, statt wie in den vergangenen Jahren auf einem großen, schweren Motorboot, auf Andreas Ellegasts kleinem, historischem Boot an die Bahn brachte, drehte sich manchem Fernsehjournalisten angesichts der Welle im Konstanzer Trichter der Magen um. Zwei Tontechniker mussten gleich vor dem Start wieder an Land gebracht werden und einige der verbliebenen Fernsehleute hätten ihr Frühstuck über Bord entsorgt, wie unsere Mitarbeiterin berichtet. Hier stellt sich die Frage, wer für diese nicht genehmigte Entsorgung haftbar gemacht werden kann. Ist das der DSMC als Veranstalter oder gar Schifffahrtsamtsleiter Ellegast, der das für diesen Zweck nicht geeignete Motorboot zur Verfügung gestellt hat und deswegen damit rechnen konnte, dass es zu einer nicht genehmigten Verklappung undefinierter Substanzen in einem ökologisch hochsensiblen Bereich kommt.

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