232 Paddler am Start zur 42. Eisfahrt

Iznang, 22.11.2011 von Kerstin Hahn

„Wir haben dieses Jahr die magischen 200 Teilnehmer mit 232 mehr als überschritten, freut sich Andreas Mattes, Wanderwart vom BKR und Hauptorganisator der Eisfahrt.

2006 hatten wir mit 261 Teilnehmern das bisher größte Starterfeld, der Rekord steht noch.  Bis Samstag gab es zwar nur 30 Voranmeldungen, doch alle waren zuversichtlich, dass sich wie üblich am Sonntagmorgen „der Rest“  einfindet; was dann ja auch wieder klappte.
Obwohl der Wetterbericht Bodenseenebel vorhersagte, bei dem je nach Zähigkeit, der Start sogar hätte platzen können, scheuten die Teilnehmer die Anreise nicht.  36 Vereine waren gelistet, darunter viele Österreicher und Schweizer. Ein paar Kameraden vom PC Bern kamen schon einen Tag eher und übernachteten bei Null Grad im Zelt auf dem Clubgelände des KC Konstanz. Mit 34 Teilnehmern inklusive Drachenboot waren die Konstanzer am stärksten vertreten, gefolgt von den Vereinen Singen und Esslingen. Die weiteste Anreise mit 670km hatte ein Paar aus Meißen an der Elbe. Am Start selbst und während der Tour, dieses Jahr eher milde Bedingungen; Hochnebel mit ausreichend Sicht, Windstille und eine spiegelglatte Wasseroberfläche. Paddeln als Breitensport hat über die Jahre nichts an Beliebtheit verloren, nur die Ausrüstung hat sich geändert. Im 21. Jahrhundert haben sich Kunststoffboote durchgesetzt, GPS, Kompass, Notsignal und wasserdicht verschweißte Tourenkarten sind selbst bei vielen Kajaks schon Standardausrüstung. Bei der jährlichen Saisonabschlussfahrt gelten zusätzliche Sicherheitsvorschriften und Schwimmwesten sind Pflicht, denn wer bei 6° Wassertemperatur  kentert hat verloren. So begleitete die DLRG und die WaPo auch dieses Jahr wieder die Boote auf ihrer rund 16 km langen Strecke von Konstanz nach Iznang.
Von der Ferne sind sie nur als lautlose schwarze Punkte, die sich an schlafenden Enten vorbeischieben, auszumachen. Erst beim Näherkommen kann man Einer, Zweier und die größeren Canadier unterscheiden. Schon 2,5 Stunden nach dem Start treffen die Ersten in Iznang ein. Am Strandbad ziehen sie ihre Boote aus dem Wasser, waten wegen dem niedrigen Pegel durch knöcheltiefen Schlamm und winden sich dann aus dem Neopren der dieses Jahr vom Schwitzen innen nässer ist als außen. „Schön wars, nur der Rücken ist ein bissl steif; ich habe unterwegs die Jacke ausgezogen so warm wars und toll mit soviel Gleichgesinnten unterwegs zu sein – so die Kommentare die nach der Fahrt im Clubhaus Iznang bei Sauerkraut und Kasslerbraten die Runde machen.  Der zehnjährige Wolf Gress (Jüngster im Feld) will im nächsten Jahr wieder dabei sein, genauso wie Robert Hassler, der an 40 der bisher 42 Ausschreibungen zur Eisfahrt teilgenommen hat und hofft, dass es seine Gesundheit ihm im nächstes Jahr mit 86 wieder erlaubt. Er wär dann genau doppelt so alt wie das Event!
Zur 43. Eisfahrt 2012 sind ein paar organisatorische Änderungen angedacht, berichtet Schriftführerin Petra Hassler – Mattes.  Der Spagat zwischen 30 Voranmeldungen und vakanten 200 benötigten Essenportionen am Zielort ist jedes Jahr wieder ein logistisch- und finanzielles Vabanquespiel. „Wir werden Meldeformulare Online stellen und hoffen damit dem organisatorisches Roulette entgegen zu wirken. Wir freuen uns über jeden Teilnehmer und wollen keine Kapazitätsbeschränkung, aber die Planung muss konkreter werden“, so Hassler.