Zwei Fischer auf dem See weiter vermisst
Hard, 25.01.2012 von J. Delis
Was auf dem Bodensee passiert ist, wird wohl nie mehr geklärt werden. Die beiden als erfahren geltenden Fischer liefen mit einem geliehenen Fischerboot zum Schleppfischen aus. Vermutlich steuerten sie zuerst westwärts und setzten wie viele andere Seeangler ihr Schleppgerät auf der Höhe Arbon – Langenargen aus. Angehörige berichteten, dass die Fischer mit dem Mobiltelefon im Laufe des Nachmittags zu Hause anriefen und berichteten, der See sei ruhig, sie werden bei Einbruch der Dämmerung wieder zurück sein. Ihren Standpunkt konnten sie nur vage angeben.
Ein Fischerkollege, ebenfalls auf dem See war, hatte zwar keinen Sichtkontakt mit den beiden, berichtete aber, es habe in den ersten Nachmittagsstunden kein besonderer Wellengang geherrscht. Dann seien aber plötzlich starke Böen aufgekommen, er steuerte den Höchster Hafen an, den er auch heil erreichte. Augenzeugen wie Günther Salzmann bezeugte aber, der See sei zum Zeitpunkt des Verschwindens der beiden bereits aufgewühlt gewesen, die Sturmwarnleuchten zeigten Starkwind an.
Nachdem die beiden Fischer nicht wie angekündigt bei anbrechender Dunkelheit zu Hause eintrafen, lösten die Angehörigen eine groß angelegte Suchaktion aus. Polizei, Feuerwehr und die Wasserretter waren auf dem See aber erfolglos. Die Suche wurde gegen Mitternacht abgebrochen, von den Fischern wurde keine Spur gesehen.
Am Montag früh wurde die Nachsuche fortgesetzt, im Einsatz waren Hubschrauber, die Polizeiboote aus Vorarlberg, der Schweiz und vom deutschen Ufer liefen aus, das Harder Feuerwehrboot „Föhn“, die Vorarlberger Wasserretter, die DLRG und einige Private. Der Schilfgürtel wurde von Hundestaffeln durchkämmt. Die internationale Suchaktion erstreckte sich nach eingeteilten Planquadraten über ein weites Gebiet vor allem von Altenrhein bis in die Bregenzer Bucht.
Gegen 7.30 Uhr am Montag wurde dann das Boot der beiden Fischer gesichtet. Es befand sich unmittelbar vor der Fahrrinne zum Salzmann-Hafen am Rohrspitz. Das Boot war gekentert, nur noch der Bug ragte aus dem Wasser. In der Nähe trieben Schwimmwesten und die beiden Holzruder. Gefunden wurde auch das schwimmende Mobiltelefon. Mit dem Harder Feuerwehrboot „Föhn“ wurde das Unglücksboot in den Salzmannhafen gebracht. Die Suche, bei der zeitweise über 100 Einsatzkräfte in der Kälte bis zur Erschöfung mitwirkten, wurde am Dienstag fortgesetzt. Auch eine Hundestaffel durchkämmte die schwer zugänglichen Uferstreifen am Rohrspitz. Die beiden Fischer blieben aber bisher spurlos verschwunden. Das Schlimmste ist anzunehmen.
