Fahrtensegler im Wettbewerb der Kreuzer-Abteilung

02.12.2010

Trotz der in der Segelsaison 2010 relativ ungünstigen Wetterverhältnisse in unseren Breiten - oft zu viel Wind, oft zu wenig - haben die Fahrtensegler der Kreuzer-Abteilung wieder beeindruckende Leistungen unter Segeln gezeigt. Das beweisen die für die Fahrtenwettbewerbe 2010 eingereichten Reiseberichte und Dokumentationen.

Nach dem offiziellen Einsendeschluss Mitte November lagen 77 Anmeldungen vor - sogar sechs mehr als im vergangenen Jahr. Das mit Abstand am meisten besegelte Revier war die Ostsee, ohnehin das Lieblingsrevier deutscher Segler. Hier war jeder zweite Wettbewerbsteilnehmer unterwegs. Zweitbeliebtestes Segelrevier war die Nordsee von den deutschen und niederländischen Wattenmeeren über den Englischen Kanal bis zu den Orkney- und Shetland-Inseln. Auf dem Mittelmeer ist es besonders die Türkische Ägäis, die deutsche Fahrtensegler anzieht.
Einen herausragenden Langstreckentörn unternahm der 68-jährige Berliner Peter Lühr. Mit seiner Frau und Freunden segelte er auf seiner 13-Meter-Yacht "Freya" von New York durch den Panama-Kanal über den Pazifik bis nach Australien. In seinem Logbuch stehen die Galapagos, die Osterinseln, die "Bounty"-Meuterer-Insel Pitcairn Fidschi und Vanuatu. Rund 12.650 Seemeilen (rund 23.400 Kilometer) legte die "Freya" auf dieser Reise zurück.
In den hohen Norden segelte Friedrich Pölzl (45) auf der 14-Meter-Yacht "Magellan". Von Flensburg führte der Kurs an der Norwegischen Küste entlang bis nach Spitzbergen. Mit rund 4.900 Seemeilen (rund 9.000 Kilometer) war dieses polare Abenteuer die zweitlängste Reise des diesjährigen Fahrtenwettbewerbs.
Eine herausragende seglerische Leistung war auch die Umrundung Islands durch das schon mehrfach ausgezeichnete Ehepaar Dr. Heidemarie und Dr. Manfred Brandes (71 und 70 Jahre). Mit ihrem 9-Meter-Boot legten sie rund 3.600 Seemeilen zurück und liefen dabei auch die Faröer und Shetlands an.
Um den Preis der Kreuzer-Abteilung für die beste Jugendreise bewerben sich drei TelnehmerInnen mit Reisen nach Anholt, St. Petersburg sowie Fair Isle nördlich von Großbritannien.
Während auf den Bootsmessen große Luxusyachten im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen, segeln die Mitglieder Kreuzer-Abteilung wirklich erstaunliche Törns mit zum Teil "bescheidenen" Booten von weniger als 10 Meter Länge. Das kleinste Boot im diesjährigen Fahrtenwettbewerb maß übrigens nur 6,30 Meter.
Die Fahrtenwettbewerbe der Kreuzer-Abteilung haben eine Tradition seit 1922. Die Jury aus erfahrenen Seeseglern und Segelausbildern bewertet die Reisen nach den Kriterien: Vorbereitung und Durchführung, Qualität der Aufzeichnungen und Vorbildcharakter der Reise. Jury-Obmann Wolf Grunert: "Es geht nicht um Abenteuer, sondern um sichere Törns nach den Regeln guter Seemannschaft. Reisen, die zum Nachmachen inspirieren, und Berichte mit handfesten Informationen für andere Segler."
Die Bewertung der eingereichten Reisen durch die Jury wird mit Spannung erwartet.Die Medaillen und Sonderpreise für die von der Jury als besonders "vorbildhaft" beurteilten Segelreisen werden im März 2011 in Berlin verliehen.
Die Kreuzer-Abteilung begeht 2011 ihr 100-jähriges Jubiläum.